Fünf Jahrzehnte „im Biergeschäft“

Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Verkausleiter Peter Hoppmann scheidet aus dem Berufsleben aus. Der „glühende Liebhaber“ seiner Heimatstadt Oberhausen hat noch viel vor.

Oberhausen..  Runde Zahlen trafen an der Teutoburger Straße aufeinander, und sie ließen auf ihre Art staunen: Seit 80 Jahren wird das Stammhaus der Osterfelder Gastronomen-Familie Wischermann (Best Western Parkhotel Bockmühle) mit Bier aus Bitburg beliefert, nach 50 Jahren wird Ende März der Oberhausener Peter Hoppmann aus dem Arbeits- und Berufsleben scheiden. Hoppmann, Verkaufsleiter der Braugruppe, überbrachte die Urkunde über die acht Jahrzehnte „Bit“ in der Bockmühle und absolvierte damit eine Art Abschiedsbesuch, stellte auch schon seinen Nachfolger vor.

Die Brauerei aus der Eifel hat recherchiert und festgestellt, dass Wischermann ihre älteste Lieferadresse in Oberhausen ist. Wie diese Biermarke im Februar 1935 nach Osterfeld kam, weiß Senior Paul Wischermann auch nicht so recht: „So alt bin ich ja nun auch nicht, aber ich nehme an, dass mein Vater Paul von einem Angebot unseres Großhändlers Wegenaer Gebrauch gemacht hat.“ Das war wohl so, denn die Brauereien hatten damals Direktvertrieb nur in der eigenen Umgebung. „Die Leute waren mit dem Bier immer zufrieden und wir mit ihnen“, bilanziert Wischermann, und Hoppmann ergänzt: „Verlässlichkeit ist ein extrem hohes Gut, das gilt auch und gerade im Biergeschäft.“ Er muss es wissen, denn der demnächst 64-Jährige stieg am 1. April 1965 in das „Biergeschäft“ ein. Da begann nach dem Besuch der Ruhrschule seine Lehre zum Brauer und Mälzer in der Brauerei Ibing (Mülheim-Saarn), und schon damals gab es täglich zweieinhalb Liter „Haustrunk“ – auch für die Lehrjungs. Noch nicht volljährig, zog es ihn nach Berlin, wo er eine kaufmännische Ausbildung absolvierte und sich zum Betriebswirt weiterbildete. Es folgten Jahre bei der König-Brauerei in Duisburg-Beeck, bei der Bitburger Brauerei, ein Zwischenspiel bei einem Safthersteller und Wanderungen durch fränkische und bayerische Brauereien, Hoppmann: „Es gibt nicht viele Brauereien, die ich nicht kenne.“

Mit Leib und Seele Oberhausener

Bei der Dortmunder Actien-Brauerei wurde er 1990 Verkaufsdirektor, und 1997 suchte „KöPi“ für diese Funktion einen Neuen. Hoppmann kam an und blieb auch, als die Bitburger Braugruppe das Duisburger Traditionsunternehmen unter seine Fittiche nahm. Für das Ruhrgebiet (außer Dortmund), von den Toren Düsseldorfs bis zum Westmünsterland auf der rechtsrheinischen sowie von Krefeld bis Kraneburg linksrheinisch vertritt er die Marken der Gruppe.

Dass er 50 Jahre arbeiten durfte und 17 Monate vor Erreichen des Renteintrittsalters freiwillig aufhört, bezeichnet der allseits geschätzte Mann als „Geschenk“. Im Ruhestand, so schwebt es dem „glühenden Liebhaber meiner Heimatstadt Oberhausen“ vor, könne er es sich gut vorstellen, als „eine Art Oberhausen-Guide“ Reisegruppen durch die Stadt zu führen. Erzählen könnte er bestimmt genug, und durstig müsste niemand bleiben.