Frühschoppen verwandelt sich in Turneinheit

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Was den weiblichen Jecken ihre ausführliche Sause an Weiberfastnacht, ist den Herren der Narrenschöpfung die Herrensitzung: Allerdings wurde diese in Oberhausen unlängst eingemottet, überarbeitet und in ein neues Kostüm gesteckt. Herausgekommen ist der „Rheinische Herrenfrühschoppen“, dieser lockte am Sonntag knapp 400 Männer in das ausverkaufte Ebertbad.

Leicht bekleidete Damen sind in Oberhausen bei den Sitzungen sesshafter Herren längst Geschichte, stattdessen gibt es eine Melange aus rheinischen Büttenrednern, Stimmungskapellen und Tanzgarden. Ein Frühstücksbüfett, mit dem der veranstaltende Hauptausschuss Groß-Oberhausener Karneval den Mief der hölzernen Vorgängerveranstaltungen vertreiben wollte. Bis dato erfolgreich.

Und so hatten selbst Stubenhocker daheim kaum Argumentationsschwierigkeiten, sich im Ebertbad auf einen „hastigen Plausch“ zu verabreden. Zumal der gesundheitliche Aspekt den Herren zusätzlich in die Karten spielte: So sollen bei einem herzhaften Lachen mindestens 80 Muskeln im gesamten Körper beansprucht werden. Von daher ging bei manchem Jeck der „Rheinische Herrenfrühschoppen“ kurzerhand als Turnstunde durch.

Vorturner waren etwa die Damen und Herren des Korps „Luftflotte“ aus Köln, von deren Spagat, Hebefiguren und Flugeinlagen aber selbst selbstbewussten Besuchern dringend abzuraten war. Das Bauchmuskeltraining des renommierten Bauchredners Fred van Halen wirkte deutlich weniger anfällig für Verletzungen. Dass der Mann einen Vogel hat, wurde weiblichen Bedienungen des Ebertbads schnell klar.

Das Federvieh plauderte wie ihm der Schnabel angenäht wurde und warb bei den Kellnerinnen rustikal um ein Rendezvous. „Was ist der Unterschied zwischen einem Porsche und Angela Merkel?“ Antwort: „Den Porsche kann man frisieren!“ Die Band „Die Kalauer“ wollte bei ihrem Namen freilich nicht zurückstehen, hatte ihre Kernkompetenz bei Klatschen und Schunkeln. Begrüßung: „Meine Herren!“ Damit traf es die Gruppe ganz gut.