Fröhliche Feier auf dem Tackenberg in Oberhausen

Kinderspaß beim Tackenberger Nachbarschaftsfest: Mit Sahne auf dem Kopf präpariert die Moderatorin einen Jungen fürs Spiel vor der Bühne.Fotos:Herbert Höltgen
Kinderspaß beim Tackenberger Nachbarschaftsfest: Mit Sahne auf dem Kopf präpariert die Moderatorin einen Jungen fürs Spiel vor der Bühne.Fotos:Herbert Höltgen
Was wir bereits wissen
Es ist viel los beim Nachbarschaftsfest des Falken-Treffs mit Wasserspiel und Quiz im Antoniepark. Dort erinnert der Jugendverband auch an eine langjährige Freundschaft.

Oberhausen.. Buntes Treiben im Antoniepark. Die halbe Nachbarschaft vom Tackenberg scheint gekommen zu sein, vor allem Kinder natürlich: Bei bestem Frühjahrswetter hat die Jugendorganisation „Falken“ zum Nachbarschaftsfest in den Park eingeladen. Zelte und Stände sind errichtet – über mangelnde Resonanz kann sich die Vorsitzende Daniela Lawatsch nicht beklagen. Besonderer Anlass diesmal ist der seit 50 Jahren gepflegte Kontakt zu einer Jugendgruppe der Falken-Bewegung in England.

Auf der Bühne im Park hat Martina Limpert-Schriwer das Sagen. Sie ist Mitarbeiterin im Falken-Treff, dem offenen Jugendtreff an der Richard-Dehmel-Straße. Jetzt aber sagt sie zwei Mädchen an, die unter dem Applaus der Zuschauer zweistimmigen Gesang präsentieren. Allerdings halten sich nur wenige Besucher vor der Bühne auf.

Ein Zeltlager in Bayern mit Folgen

Die meisten Erwachsenen sitzen im von den Seiten offenen Zelt an Tischen zusammen. Entweder sind sie ins Gespräch vertieft oder lassen es sich schmecken. Viel los ist auch an der Kuchentheke und am Getränkestand. Ein junger Mann hat gerade Nachschub geholt. Mit Getränkeflaschen kehrt er zurück.

Eine Ausstellung erinnert an den Beginn der Freundschaft mit dem „Woodcraft Folk“, den englischen Falken. „Der Kontakt kam 1965 bei einem Zeltlager in Bayern zustande“, berichtet Daniela Lawatsch. Bis heute treffen die Oberhausener ihre englischen Freunde bei solchen internationalen Begegnungen. Dies ist einer der Höhepunkte der Ak­tivitäten bei den Falken: Der Austausch unter Gleichgesinnten in naturnaher Umgebung, im Zeltlager eben.

Beim Nachbarschaftsfest im Antoniepark werden nun die Fragen eines Musiquiz’ herumgereicht. Auf einer Bank grübeln Mutter und Sohn über der Frage „Eine Blockflöte hat wie viele Löcher?“ Die Jungen auf dem Wasserspielplatz interessiert das eher wenig: Sie matschen fröhlich herum. Die Kinder, die das große Klettergerüst mit der Riesenrutsche besteigen, haben gerade auch anderes im Sinn.

Mutter lobt Betreuungsarbeit

Heike Günder sitzt zwischen Spielplatz und Klettergerüst auf einer Mauer und isst ein Reisgericht. Ihr 13-jähriger Sohn tobt irgendwo herum. „Ich komme aus Verbundenheit mit dem Falken-Treff“, sagt die Alleinerziehende. Ihr Ältester ist heute 17. Als er zehn Jahre alt gewesen sei, sei sie sehr froh gewesen, ihn bei den Falken nachmittags gut und preiswert betreut zu wissen.

Auf der Bühne tanzen vier Mädchen zu türkischer Folklore. Überhaupt scheint das Miteinander der Kulturen am Tackenberg zu funktionieren – darauf ist auch die Falken-Vorsitzende stolz.

Daniela Lawatsch begrüßt am Nachmittag Bezirksbürgermeister Thomas Krey. Er ist ihr Vorgänger bei den Falken gewesen. Krey hat einen prominenten Gast mitgebracht: Stadtkämmerer Apos­tolos Tsalastras, Oberbürgermeister-Kandidat der SPD, macht eine Wahlkampf-Stippvisite. Er lobt das Miteinander der Menschen hier. Die Falken un­terstützen seine OB-Kandidatur: Sie haben ihre Wurzeln in der Arbeiterbewegung.

Auf der Bühne werden die Fragen des Musikquiz durchgesprochen. Die Blockflöte hat übrigens acht Grifflöcher. Jackson (17), mit lässiger Kappe auf dem Kopf, hat aber nur Augen für seine Freundin Sara (15). Auf einer Bank hinter der Bühne liegen sich die beiden in den Armen. Da wendet sich der in Übergröße am Eingang zum Park aufgestellte Franz Haniel diskret ab: Er hatte das Eisenwerk St.-Antony-Hütte 1808 übernommen.