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„Frittenspezialist“ hält die Stellung

26.07.2012 | 10:00 Uhr
„Frittenspezialist“ hält die Stellung
Heinrich Beißwenger führt die Pommesbude im verlassenen Kaufhof in Oberhausen - und will auch in Zukunft bleiben.Foto: WAZ FotoPool

Oberhausen.   Seit 14 Jahren betreibt Heinrich Beißwenger die Pommesbude am Kaufhof. Seit Mitte Juni steht das Kaufhaus leer, er aber hat seinen Mietvertrag verlängert.

Die leeren, tristen Schaufensterfronten des alten Kaufhof -Gebäudes, die seine kleine Frittenbude umgeben, stören Heinrich Beißwenger kaum: „Ich sehe das ja gar nicht, wenn ich den ganzen Tag hier drin stehe. Selbst wenn der Betrieb hinter mir jetzt ganz normal weitergehen würde – es würde mir nicht groß auffallen. Eigentlich ist nichts anders als sonst.“

Heinrich Beißwenger ist „Frittenspezialist“. Seit 14 Jahren schon gehört ihm die Pommesbude am Kaufhof, die jetzt eher eine Pommes bude ohne Kaufhof ist. Denn seit Mitte Juni steht das Kaufhaus leer.

Früher hätten die Mitarbeiter des Kaufhofs immer zwischen ihren Schichten angerufen, um bei ihm zu bestellen – das falle jetzt natürlich weg. Doch ob ihm durch das Kaufhof-Aus die Kundschaft einbricht, könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht beurteilen, so Beißwenger. Erst müsse er die Sommerferien abwarten – denn zu dieser Jahreszeit herrsche immer eine Flaute, seien doch viele Kunden im Urlaub oder mit ihren Kindern unterwegs. „Und außerdem, wer hat denn bei dem Wetter schon groß Hunger?“

„Der Kaufhof schließt,wir bleiben hier“

Erst vor Kurzem hat Beißwenger seinen Mietvertrag im alten Kaufhof-Gebäude verlängert – entgegen der Befürchtung vieler Kunden. „Der Kaufhof schließt – wir bleiben hier“, prangt so auf einem großen, weißen Schild in seinem Imbiss.

Eines gibt Beißwenger aber doch zu bedenken: „In der dunklen Jahreszeit fehlt hier die Beleuchtung.“ Denn eigentlich hatten bis Ladenschluss immer Strahler des Kaufhofs für angenehmes Licht rund um die Pommesbude gesorgt. „Aber wenn bis zum Herbst keiner hier drin ist, wird es komisch.“

Mit wem er künftig das Gebäude teilen wird, weiß auch Heinrich Beißwenger noch nicht: „Alles was ich weiß, habe ich aus den Medien. Netto, Kodi und vielleicht ein Fitnessstudio – das ist mein letzter Stand.“

Doch egal wer der neue Mieter sein wird – Heinrich Beißwenger hofft, dass sich durch die Neueröffnung die Gegend an der Marktstraße wieder belebt. „Hier sind inzwischen so viele Geschäfte geschlossen, ich hoffe, dass wir das kompensiert kriegen.“

Optimistischer Blickin die Zukunft

Dass seine Kundschaft aber wegen möglicher Umbauarbeiten der neuen Mieter fernbleibt, glaubt Beißwenger nicht – sein Geschäft sei ja nicht an der Vorderfront, „wir sind ja um die Ecke. Ich denke nicht, dass wir groß beeinträchtigt sein werden“.

Und so schaut der „Frittenspezialist“ auch optimistisch in die Zukunft: „Immer. Es geht immer weiter, man darf nie pessimistisch denken.“

Lisa Weitemeier

Kommentare
28.07.2012
14:23
„Frittenspezialist“ hält die Stellung
von michelino | #17

Ich mache euch Essener Vorstädtern keinen Vorwurf. Ihr wißt es nicht besser. Seid es von Kind an gewohnt, im Schatten der Ruhrmetropole Essens zu...
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http://www.derwesten.de/staedte/oberhausen/frittenspezialist-haelt-die-stellung-id6917678.html
2012-07-26 10:00
Kaufhof, Pommesbude, Sommerferien, Mietvertrag, Marktstraße
Oberhausen