AKTION
Frischluftkick für Ferienkinder
19.03.2008 | 17:50 Uhr 2008-03-19T17:50:00+0100
Der „Mittagstisch für Kinder” unterwegs: Drei Tage in Wesel machen Kinder glücklich, reißen aber ein Loch in die Kasse.
Um 22 Uhr ist Nachtruhe in der Georg-Marx-Hütte. Und zwar nicht nur theoretisch: „Die sind dann stehend k.o.”, erzählt Angelika Barth amüsiert – „wir übrigens auch.” Und ihre Kollegin Sandra Scherfenberg ergänzt: „Die meisten sind diesen Frischluftkick ja gar nicht gewöhnt. Viele bewegen sich sonst höchstens in einem 450-Meter-Radius und verbringen die meiste Freizeit vorm Fernseher oder vorm Rechner.” Das ist in diesen Tagen ganz anders: Der CVJM ist mit einer 26-köpfigen Rasselbande unterwegs: 13 Jungs, 13 Mädchen vom Mittagstisch für Kinder verbringen drei Tage der Osterferien in Schermbeck. Sonstiger Urlaub ist für die meisten von ihnen nicht drin.
Rustikal ist die Hütte im Weseler Wald, wo sich die Acht- bis 14-Jährigen nach Herzenslust austoben können – mit Spaziergängen über Stock und Stein, Bewegungs- und Teamspielen im Freien, Grillen und Lagerfeuer. Dass die Hütte eher spartanisch eingerichtet ist, stört die Kinder und Jugendlichen nicht im Mindesten, steigert vielleicht sogar den Abenteuercharakter: „Das ist ganz toll hier, keiner langweilt sich, und bei den Gruppenspielen kann man neue Freunde finden”, sprudelt Sahfa (12) fast atemlos hervor, bevor sie zu ihrer Gruppe zurückrennt. Auch ihre jüngeren Geschwister Medina (8) und Mohammed (10) sind mit im Ferienlager. „Die Mädchen sind überglücklich”, erzählt Erzieherin Angelika Barth vom Mittagstisch-Team. Dass auch sie und nicht nur der Junge mitdurfte, hatte jede Menge Überredungskunst gekostet. . .
So können Sie bedürftige Kinder unterstützen.
Als wir - kurz vor Weihnachten – eine Geschenkaktion für bedürftige Kinder starteten, hat sich eindruckvoll die Hilfsbereitschaft der Oberhausener NRZ-Leser gezeigt. Viele haben signalisiert, sich auch darüber hinaus für Kinder engagieren zu wollen. Mit dem CVJM haben wir dafür jetzt einen Kooperationspartner gefunden. Komplett über Spenden finanziert, sorgt die Organisation zum Beispiel dafür, dass benachteiligte Kinder in der Innenstadt mittags eine warme Mahlzeit, Hilfe bei den Schulaufgaben und weitere Unterstützung erhalten. Bei diesen und weiteren wichtigen Projekten würden wir den CVJM – mit Ihrer Hilfe – gerne unterstützen. Wer Interesse hat, in irgendeiner Weise zu helfen, sollte sich ab Dienstag melden: 0208/859 06-53.
Fünf weitere Kinder hätten gerne mitgewollt – „aber wir haben die Kapazität der Hütte schon voll ausgenutzt. Mehr als 26 geht einfach nicht”, bedauert Barth. Mit einem Bulli vom CVJM und einem von der Christuskirche geliehenen Bus ging's Montag samt der fünf Betreuer gen Wesel. Da musste man eben zweimal fahren: „Ein Busunternehmen war für uns unbezahlbar”, erzählt Barth. Apropos unbezahlbar: Nicht alle Eltern konnten die insgesamt 15 Euro pro Kind für den Dreitagestrip aufbringen. Und selbst die wären selbstverständlich nicht kostendeckend. 420 Euro Miete kostet die Hütte für zwei Übernachtungen, 250 Euro haben die Lebensmittel gekostet, hinzu kommen Spritkosten – und einige nicht einkalkulierte Ausgaben: „Obwohl's auf der Packliste stand, hatten manche keinen Schlafsack dabei, eine zu dünne Decke oder keine Socken zum Wechseln. Das mussten wir dann nachmittags in Wesel schnell noch kaufen. Nochmal gut 100 Euro – aber das Geld ist ja nicht verschwendet, die Sachen können wir ja bei weiteren Freizeiten noch brauchen”, sieht Barth das ganz praktisch. „Wir machen hier insgesamt bestimmt 500 Miese”, peilt sie übern Daumen. 500 Miese – und drei unbezahlbar schöne Ferientage für 26 Oberhausener Kinder.

14:06
Aber was sind 500€ miese dafür das man Kindern zeigen kann was es in der freien Natur alles zu entdecken gibt und ein lächeln in das Gesicht der Kinder zu zaubern.