Friedensdorf prangert Lage in Gambia an

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Die Friedensdorf-Hilfseinsätze bringen es mit sich, dass einige Kinder und mit ihnen ihre Heimatländer besonders in den Fokus rücken. Darüber aber sollten Ereignisse anderer Länder nicht aus dem Blick geraten, sagen die Helfer und nennen das Beispiel Gambia.

Aktuell befinden sich zwölf Kinder aus dem kleinsten Flächenstaat Afrikas in der Obhut des Friedensdorfes. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung sei vor allem in den ländlichen Gebieten abseits der Hauptstadt Banjul unzureichend. Die Säuglingssterblichkeit liege mit rund 66 Todesfällen pro 1000 Lebensgeburten bedauerlich hoch. Im weltweiten Vergleich bedeutet diese Zahl für Gambia Platz 18. Auf dem achten Platz findet sich Angola und ein trauriger Erster ist nach Daten von 2014 Afghanistan.

„Zwar ist Gambia kein Kriegs-, sicher aber ein Krisenland, dessen Entwicklung unter anderem aufgrund mangelnder Ressourcen nicht vorankommt“, sagen die Mitarbeiter der Oberhausener Hilfseinrichtung und üben scharfe Kritik: „Abseits der öffentlichen Wahrnehmung scheint Präsident Yahya Jammeh in den vergangenen Jahren seine diktatorische Herrschaft ausgebaut zu haben. Menschenrechtsorganisationen sprechen Medienberichten zufolge von einer desaströsen Menschenrechtslage in dem knapp zwei Millionen Einwohner starken Land und verweisen etwa auf die seit kurzem im Gesetz verankerte Verfolgung und Bestrafung Homosexueller, die Anwendung von Folter und die Unterdrückung einer unabhängigen Medienberichterstattung.“

Am 18. Februar wurde in Gambia der 50. Unabhängigkeitstag gefeiert, 1965 erhielt das Land seine volle Unabhängigkeit im Rahmen des britischen Commonwealth of Nations.