Freizeithaus ist das Mekka für Modell-Schiffe

Das Paar Carola und Peter schaut sich das Modell des Hochseefischers „Wot“ an.
Das Paar Carola und Peter schaut sich das Modell des Hochseefischers „Wot“ an.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Schiffs- Modellsport-Club Oberhausen veranstaltete 15. Ausstellung „Zamma“. Über 100 Teilnehmer zeigten die verschiedensten Boote und Dampfmaschinen.

Oberhausen.. „Man sieht den Menschen vor lauter Schiffen nicht“, ist der erste Gedanke, der einem am Samstag in den Kopf kommt beim Anblick der Ausstellungshalle des Revierparks Vonderort. Bei der Ausstellung „Zamma“ des Schiffs- Modellsport-Clubs Oberhausen reihen sich große und kleine Modelle von Segelschiffen, Motoryachten, Schleppern, Kriegsschiffen und allerlei anderen Wasserfahrzeugen auf langen Tischen aneinander.

Ein wahrer Koloss sticht ins Auge: ein in achtjähriger Bauzeit entstandenes, über dreieinhalb Meter langes und rund 120 Kilo schweres Modell eines Panzerschiffes im Maßstab 1:50. Unglaublich, aber wahr: Es kann schwimmen, fahren und gelenkt werden.

Zeit vergeht wie im Fluge

Wenn man nun etwas genauer hinschaut, sieht man sie doch, die Menschen. Manche stehen neben den Modellen, fachsimpeln. Andere sitzen hinter den Tischen und basteln. Es gibt eine Richtung des Modellbaus, die vorzugsweise mit Karton arbeitet. Papier darf man das Material nicht nennen! Mit Pinzetten und Skalpell werden Bögen bearbeitet, hauchdünne Streifen ausgeschnitten und verklebt. „Da würde ich nach ein paar Minuten wahnsinnig werden, so eine Fummelei“, kommentiert ein Besucher. Doch mit all der Ruhe, die man für diese Arbeit braucht, antwortet ein Bastler: „Das sagen viele. Man muss sich nur hinsetzen und anfangen, die Zeit vergeht wie im Flug und es entspannt ungemein.“

Es war die 15. Schiffsmodellbauausstellung, die der Schiffs-Modellboot-Club Oberhausen am vergangenen Wochenende im Revierpark Vonderort veranstaltete. Über 100 Teilnehmer präsentierten ihre schwimmenden Schätze Marke Eigenbau. „Das Motto ‚Zamma’ entstand in einer Biertischrunde“, erzählt Uwe Gaumer, 1. Vorsitzender des Vereins. „Wir unterhielten uns über die Modelle, als jemand immer wieder ‚Zamma her!’ (Zeig mal her!) sagte, weil er sich etwas genauer ansehen wollte. So wurde das Motto der Ausstellung geboren, das auch unsere Verbundenheit zum Ruhrgebiet ausdrückt.“ Die Mitglieder des Vereins seien wie eine große Familie, sagt Gaumer: „Wir helfen uns gegenseitig, teilen unser gemeinsames Hobby mit Vergnügen. Braucht jemand ein Werkzeug, leihen wir es ihm. Benötigt jemand Hilfe, helfen wir. Apropos helfen, unsere Frauen helfen mit und haben genauso Freude daran wie wir.“

Während er durch die Reihen läuft und die verschiedenen Modelle erklärt, merkt man ihm die Begeisterung und ein bisschen den kleinen Jungen an, der voller Faszination steckt: „Einige bauen ihre Modelle nicht aus Baukästen, sondern nach originalen Bauplänen der Werften. In einem solchen Modell stecken schon mal bis zu 3000 Stunden Arbeit.“

Warten auf Saisonstart im April

Aus dem hinteren Bereich der Halle hört man ein Zischen und Schnauben. Dort stehen die Dampfmaschinen. Selbst gebaut und funktionsfähig. Überall drehen sich Rädchen, bewegen sich Kolben. „Es gibt hier auch Schiffe mit Dampfantrieb.“ Für viele Mitglieder sei diese Ausstellung das erste Highlight des Jahres, sagt Gaumer: „Jetzt im Winter können wir die Modelle leider nicht auf dem Vereinsgewässer fahren, es finden auch keine Wettkämpfe statt. Mit dieser Ausstellung können wir die lange winterliche Durststrecke überbrücken.“

Und ja, Wasser ist so ziemlich das einzige, was bei dieser Ausstellung fehlt. Jetzt gilt es, sich noch bis April zu gedulden, denn dann fängt die neue Saison an.