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Freie Universität Oberhausen startet im Bahnhofsturm

08.01.2016 | 13:01 Uhr
Freie Universität Oberhausen startet im Bahnhofsturm
Sieben von 40 aus dem Gründungs-Team der Freien Universität Oberhausen im „Hörsaal“ des Bahnhofsturms (v. li.): Stefan Schroer, Rene Jankowski, Anna-Maria Penitzka, Jennifer Bittner, Klaus Roll, David (der seinen Nachnamen nicht öffentlich lesen möchte) und Lukas Hegemann.Foto: Lars Fröhlich

Oberhausen.  Ideenschmiede Kitev erarbeitet fünf Seminare von der Quartiers-Pflege bis zum guten Essen. Der umfangreichste Block widmet sich der Willkommenskultur.

Welches Uni-Seminar startet schon sonntags? Bei der „Freien Universität Oberhausen“ darf das so sein – es hat sogar Vorteile. Denn vom Bahnhofsturm, dem Sitz der Ideenschmiede Kitev (Kunst im Turm e.V.), geht’s am Sonntag, 10. Januar, um 13 Uhr erst einmal los zu einem Quartiers-Spaziergang: Die Hochschüler lernen die Fülle der Initiativen in ihrer Stadt kennen.

Fünf Seminare haben die rund 40 Aktiven der Freien Uni für die Monate Januar und Februar entworfen. Bis Anfang März finanziert ein Fonds für „Kreativquartiere“ (jenes von Ecce in Dortmund verwaltete Überbleibsel der Kulturhauptstadt) den Hochschul-Betrieb im Turm. Lukas Hegemann wirkt zuversichtlich, dass es auch danach weitergeht – „eventuell ohne Geld“.

QQ: das Quartier-Quartett

Doch zurück auf Start: Der Auftakt-Spaziergang gehört zum Seminar „Vernetzung: QQ“. Die beiden Qs stehen für Quartier-Quartett: Anna-Maria Penitzka und René Jankowski wollen mit den Seminaristen ein Kartenspiel gestalten. „Es soll ein positives Spiel werden“, so Jankowski, „das die Leute informiert.“ Jede Initiative im Quartier habe ihre eigene Karte verdient. Das Seminar endet mit einem Spieleabend. Eine kleine Quartett-Auflage kann Kitev selbst herstellen. Wenn sich ein Sponsor findet, könnte das Alt-Oberhausen-Quartett sogar in den Handel kommen.

Wie, wozu, warum?

„Wir sind die Theoretiker“, sagt Jennifer Bittner. Mit Lukas Hegemann leitet sie das Seminar „Wie, wozu, warum?“, das am Montag, 11. Januar, um 18 Uhr startet. Das Lernen selbst ist Thema „mit Methoden, die nicht ex Cathedra sind“, wie Hegemann sagt. Er nennt „World Café“ als eine Methode, aus großen Gruppen kleine Lern-Einheiten an „Café-Tischen“ zu besetzen, in denen jeder aktiv dabei ist. Bittner nennt als Ziel, das Seminar selbst organisiert weiterlaufen zu lassen: „Stoff ist genug da, um es weiter zu tragen.“

P2P-Kantine

Nahrhafter kann ein Seminar nicht sein: Claudia Salvik und ihre Mitstreiterinnen wollen die Zeit des eiligen, schlechten Mittagessens beenden. „P2P“ steht für „Peer to Peer“: von gleich zu gleich wird gekocht – und der passende Behälter fürs gesunde Essen am Arbeitsplatz ist der gute, alte Henkelmann. Darum geht’s auch los mit einer Henkelmann-Börse am Montag, 18. Januar, um 17.30 Uhr.

Geflüchtet & hier

Das umfangreichste Seminar, geplant sind acht Abende, startet am Freitag, 29. Januar, um 19 Uhr. Ohne Migration gäbe es heute keine Großstadt namens Oberhausen in der einst kargen Lipperheide. Aktuelle Willkommenskultur braucht auch die Selbstorganisation der Flüchtlinge. Tim Pickartz vom Jugendclub Courage gewann auch Schüler mit Flüchtlings-Status als Teilnehmer – und dazu einen namhaften Referenten: Der Psychologe Ahmad Mansour, der als arabischer Israeli seit zwölf Jahren in Deutschland lebt, arbeitet mit seiner Stiftung gegen Unterdrückung im Namen der Ehre und Antisemitismus unter Muslimen.

Ohne Anmeldung
Kostenlos und prüfungsfrei
Kostenlos und prüfungsfrei

Für alle fünf Seminare der Freien Universität gilt: Teilnehmen kostet nichts. Jeder ist zu jedem Termin willkommen; es braucht weder Anmeldung noch Vorwissen. Wer sich anmeldet, hilft den Kitev-Machern aber bei der Planung: per E-Mail an uni@kitev.de.

„Hörsaal“ für alle Seminare ist der Turm des Hauptbahnhofs, das Kitev-Hauptquartier. Hier starten auch die Quartiers-Spaziergänge. Online gibt die Seite uni.kitev.de einen kompakten Überblick über die fünf Seminare. Vor allem für „Geflüchtet & hier“ sind aber noch Reihenfolge und Themen der einzelnen Abende festzulegen.

Auch Nachzügler und Quereinsteiger sind willkommen, wie Anna-Maria Penitzka versichert. Aber wer ein Seminar komplett besucht, hat natürlich mehr von der Freien Universität.

Auch die Kulturarbeit mit Geflüchteten zählt zu den Aspekten dieses Seminars. Stefan Schroer kennt aus siebenjähriger Arbeit mit Asylbewerbern positive und, wie er sagt, „missbräuchliche“ Fallbeispiele. Sarah Berndt widmet „ihren“ Seminarabend der feministischen Perspektive und setzt auf praktische Hilfe für nach Oberhausen geflohene Frauen. „Geflüchtet & hier“ schließt mit einem globalen Überblick über Fluchtursachen – nicht nur in Syrien.

Stadt(t)räume

Für das fünfte Seminar, das am Samstag, 30. Januar, um 10 Uhr startet, ist online noch der einstige Kinosaal „Europapalast“ angekündigt. Doch diese Traum-Location konnten die Veranstalter leider nicht wahr machen. Auch die Träume zur Raumplanung beginnen nun mit einem Stadtspaziergang vom Kitev-Turm aus. Axel Scherer als Seminarleiter will aber mehr als unerfüllbare Wünsche: Vielmehr geht’s ihm um konkrete Ideen – antragsreif für die politischen Gremien.

Ralph Wilms

Kommentare
09.01.2016
15:14
Freie Universität Oberhausen startet im Bahnhofsturm
von altenheim46 | #2

Eine Möglichkeit sich
- vom Stammtisch zu lösen,
- Argumente auszutauschen und
- aktiv sich gemeinsam in die Gesellschaft einzubringen.

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http://www.derwesten.de/staedte/oberhausen/freie-universitaet-oberhausen-startet-im-bahnhofsturm-id11440742.html
2016-01-08 13:01
Oberhausen, Kitev, Freie Universität Oberhausen, Kutlur, Axel Scherer
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