Fotograf hält Styrumer Geschichten in Bildern fest

Foto: WAZ FotoPool

„Über die vielen Erzählungen bin ich tief in die jüngere Geschichte des Stadtteils eingedrungen. Für mich war es ein starkes Erlebnis.“ Fotograf Heiner Schmitz hat den Styrumer Mikrokosmos beackert und 26 Menschen in ihrer häuslichen Umgebung samt ihren Begabungen und Besonderheiten porträtiert. Bisher wussten nur Nachbarn, Freunde und Bekannte, was diese Menschen ausmacht, was sie im Stadtteil bewegen und bewegt haben. Nun sind sie auf Bildern festgehalten, die in der Begegnungsstätte Feldmann-Stiftung zu sehen sind.

„Die dritte Generation – Menschen, denen Styrum etwas bedeutet“, lautet der Titel dieser Ausstellung. „Dritte Generation, weil heute bereits die Enkel dieser Menschen leben“, erklärt der Mülheimer Schmitz. Und wenn er schon dabei ist, erzählt der Fotograf von Helga Termwind. Die ehemalige Einsatzleiterin der Altenpflege beim Caritasverband ist über die Hobbythek mit Jean Pütz zu einem neuen Hobby gekommen: Sie stellt ihre Kosmetika selbst her.

Friedrich Döring gehört heute zum Styrumer Geschichts-Gesprächskreis. „Er ist ein toller Klavier- und Geigenspieler und er hat mehrere Bücher und Filme über Mülheim gemacht“, berichtet sein Fotograf. Friedrich Ehler wohnt seit 60 Jahren in Styrum, war im Schrebergarten und Verein „Harmonie“ aktiv. Jetzt gräbt seine Tochter auf der Scholle. „Seine Münzsammlung hat er nur zufällig hervorgekramt. Das war dann mein Bild“, erinnert sich Schmitz. Necati Göktepe kam 1969 aus der Türkei und arbeitete auf der Friedrich-Wilhelms-Hütte. Seit 30 Jahren in Styrum lebend, baute er an der Josefstraße die Moschee mit auf. „Aber sein Sohn muss für ihn immer noch übersetzen“, schildert Heiner Schmitz.

Der Fotograf kennt noch viele Geschichten zu den Menschen, die er mit den Porträts vorstellt. „Ich danke allen für diese schöne Arbeit. In anderen Stadtteilen wäre das sicher auch ein tolles Thema.“