Flüchtlingsheim wieder in der Kritik

An den Sicherheitsvorkehrungen in den Oberhausener Flüchtlingsunterkünften üben die Oberhausener Linken Kritik. Neben Feuerlöschern fehle ein Notrufsystem, mit dem Flüchtlinge die Feuerwehr oder die Polizei rufen könnten. Überhaupt seien die Zustände in den Sammelunterkünften nach wie vor nicht gut, an der Weierstraße habe sich nach der öffentlichen Kritik im November vergangenen Jahres nichts geändert, moniert Yusuf Karacelik, Fraktionsvorsitzender Linken. Die Stadtverwaltung widerspricht den Vorwürfen.

Notruftelefon für alle

In der vergangenen Woche haben sich Mitglieder der Linken-Fraktion den Flüchtlingscontainer an der Gabelstraße angeschaut. Dabei sei „in vielerlei Hinsicht die mangelnde Ausstattung aufgefallen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Linken. Neben Feuerlöschern fehle ein Notrufsystem. Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienste könnten nur via Handy gerufen werden, wenn die Flüchtlinge über ein solches verfügen. „Es muss sichergestellt werden, dass jeder, der in diesen Containern untergebracht ist, auch die Möglichkeit hat, schnell und barrierefrei die Notdienste anzurufen“, sagt Heike Hansen, Mitglied im Sozialausschuss für die Linken-Fraktion. „Zu diesem Zweck fehlt ein Notrufknopf und ein Notruftelefon, welche für alle räumlich und sprachlich zugänglich sein muss.“ Auch angesichts der Vorfälle in Dortmund, wo vor einigen Tagen Neonazis vor einem Flüchtlingsheim aufmarschierten, hat die Linke einen Antrag gestellt, in dem sie die Stadtverwaltung auffordert, die Sicherheitslage des Flüchtlingscontainers zu prüfen und für genügend Schutz zu sorgen.

Sozialdezernentin Elke Münich widerspricht der Kritik der Linken. Im Männerwohnheim an der Weierstraße seien Feuerlöscher vorhanden, denn hier fänden regelmäßig Begehungen durch die Feuerwehr statt. Sollte mal ein Feuerlöscher fehlen, müsse der Hausmeister das bei seinen Begehungen feststellen und neue Feuerlöscher ordern. In den anderen Unterkünften, die eigene, kleinere Wohneinheiten beinhalten, seien keine Feuerlöscher vorgesehen, erklärt Münich. Die Rettungswege seien überall gesichert.

Immer noch dreckig

Auch der Kritik, dass es keine Notrufsysteme gebe, tritt Münich entgegen. In allen Unterkünften seien Hausmeister vor Ort, die Hilfe per Telefon rufen könnten. Zudem gebe es an der Bahnstraße ein zusätzliches Telefon im Gemeinschaftsraum, das jedem zugänglich sei. An der Gabelstraße sei bereits ein Gemeinschaftstelefon beantragt worden. An der Weierstraße allerdings seien die Flüchtlinge auf den Hausmeister angewiesen, der bis 17 Uhr im Haus ist. Münich will mit der zuständigen Oberhausen Gebäudemanagement GmbH reden, welche anderen Möglichkeiten es hier gibt. Außerdem solle geprüft werden, ob sich öffentliche Telefonzellen in der Nähe befinden.

Doch die Kritik an den Sicherheitsvorkehrung ist nicht die einzige der Linken. Am Sonntag sah sich Fraktionschef Karacelik in den Unterkünften an der Weier-, der Gabel- und der Bahnstraße um. Nach der öffentlichen Kritik an den Zuständen im Männerwohnheim an der Weierstraße im November 2014 sei nichts passiert, so Karacelik gegenüber der NRZ. Das Wohnheim sei immer noch dreckig. Das, so Münich, verwundere sie. Denn an dem Reinigungsprozedere – eine Firma soll zweimal am Tag reinigen – habe sich nichts geändert, der Dienst sei nicht eingestellt worden. „Ich nehme das zum Anlass, noch mal Nachfassen zu lassen“, verspricht Münich.