Finger weg von riskanten Geldanlagen

Die Verbraucherzentrale NRW warnt: Windige Berater locken unbedarfte Kunden aus sicheren Anlagen in Hochrisiko-Produkte. „Beim qualifizierten Nachrang-Darlehen droht Totalverlust“, sagt Petra Gülker von der Verbraucherzentrale Oberhausen.

So laufe es derzeit oft: Vermittler rufen unangekündigt an und bieten sich als Vermögens-Checker an. „Ihre Masche besteht darin, sichere Anlagen wie etwa laufende Kapitallebensversicherungen zu kündigen, um dann den ausgezahlten Restwert in Produkte zu stecken, von denen Verbraucher tunlichst die Finger lassen sollten.“

Derzeit sind nach Beobachtung der Verbraucherzentrale verstärkt Mitarbeiter unterwegs, die sogenannte qualifizierte Nachrang-Darlehen verhökern. Dabei werde das Kundengeld einfach als verzinstes Darlehen an private Unternehmen weitergereicht. „Das Modell hat viele Haken: Zum einen stammt das freigewordene Geld meist aus Anlagen, bei denen die Kündigung oftmals zu Verlusten führt. Kunden erhalten in diesem Fall weniger Euros, als sie eingezahlt haben“, so Gülker. Die Summe werde gleich als Darlehen an Privat-Firmen weitergereicht. Hier bestehe die Gefahr, dass im Falle einer Insolvenz oder Liquidierung heftige Verluste zu beklagen sind. Das Risiko eines Totalverlustes steige sogar, weil das Darlehen bei einer Pleite nur nachrangig bedient wird. Das heißt: Geld gibt es nur, nachdem die Forderungen aller anderen Gläubiger erfüllt wurden.

„Verbraucher, denen solche Risiko-Anlagen aufgeschwatzt wurden, sollten sich dringend beraten lassen, ob ein schneller Ausstieg möglich ist. Ebenso gilt es im Schadensfall, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuloten.“

Die Verbraucherberatung (Bert-Brecht-Haus) ist unter 91 10 86-01 erreichbar, www.vz-nrw.de/oberhausen.