Finanzinstitut streicht den Überziehungszins

Für die Kunden der Stadtsparkasse Oberhausen bedeuten die anstehenden Änderungen nicht nur höhere Gebühren: Denn das Finanzinstitut will im Gegenzug ab dem 1. Juni komplett auf den Überziehungszins verzichten. Bisher liegt dieser Zins, der dann zum Tragen kommt, wenn der Kunde über seinem Dispositionskredit liegt oder keinen Dispo hat und sein Konto überzieht, bei fünf Prozent. Der aktuelle Dispo-Zins liegt bei 11,62 Prozent. Das soll auch so bleiben, die Stadtsparkasse hat nach eigener Aussage nicht vor, diesen Zins anzupassen. Der Grund für die Höhe: Die Banken tragen im Dispo-Bereich ein höheres Risiko, zudem sei der Bearbeitungsaufwand relativ hoch.

Das Dispo-Volumen sei rückläufig, berichtet Vorstandsvorsitzender Bernhard Uppenkamp. In dem Zusammenhang will die Stadtsparkasse auch den Verbraucherschutz ausbauen. Schon jetzt werde der sogenannte Kontowecker genutzt, der zum Beispiel per SMS den Kunden drauf hinweist, wenn eine gewisse Ausgabengrenze erreicht worden ist. Das Gleiche kann man auch für Geldeingänge einstellen. Rund 1100 Kunden nutzen den Kontowecker, „die Kurve steigt massiv an“, sagt Sparkassendirektor Oliver Mebus. Außerdem spricht die Stadtsparkasse diejenigen Kunden an, die lange oder häufig im Dispo-Bereich liegen. Wer zum Beispiel mehr als sechs Monate 75 Prozent des Dispos in Anspruch nimmt, wird über den Kontoauszugsdrucker darüber informiert und gebeten, ein Beratungsgespräch zu suchen.