Finanzamt gibt Tipps zur Steuererklärung

Das Finanzamt Oberhausen-Süd (Schwartzstraße): Bald werden dort die ersten Steuererklärungen eintrudeln.
Das Finanzamt Oberhausen-Süd (Schwartzstraße): Bald werden dort die ersten Steuererklärungen eintrudeln.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
In diesen Tagen landen die Lohnsteuerbescheinigungen bei Oberhausener Arbeitnehmern im Briefkasten. Die wichtigsten Hinweise zur Steuererklärung.

Oberhausen.. Die Lohnsteuerbescheinigungen für 2014 werden bei vielen Oberhausener Arbeitnehmern in diesen Tagen im Briefkasten landen: Die beiden hiesigen Finanzämter nehmen dies zum Anlass, bereits vorzeitig an die Abgabe einer Steuererklärung zu erinnern. Ein Überblick über Daten, Fakten und Neuerungen.

Zahlen, Daten, Fakten

Rund 56.000 Steuererklärungen von Arbeitnehmern und noch einmal 18.600 weitere Erklärungen, etwa von Selbstständigen und Gewerbetreibenden, sind 2013 bei den zuständigen Behörden in Oberhausen angekommen – dem Finanzamt Oberhausen-Nord und dem Finanzamt Oberhausen-Süd.

„Die Zahl der Bürgerinnen und Bürger, die ihre Steuererklärung auf elektronischem Wege abgeben, steigt stetig an“, heißt es von Christiane Klutz, der Sprecherin der beiden Finanzämter auf Anfrage. Im Jahr 2013 haben demnach landesweit rund 48 Prozent die elektronische Steuererklärung (Elster) genutzt. Im Vergleich dazu ist die Zahl im Jahr 2014 um rund sechs Prozentpunkte auf rund 54 Prozent gestiegen.

„Die Steuererklärungen werden nach der Reihenfolge des Einganges bearbeitet“, erläutert Klutz. Durch die elektronische Abgabe der Steuererklärung, zum Beispiel mit Elster, der kostenlosen Software der Finanzverwaltung, kann der Bürger aber das Verfahren unterstützen, da durch die sogenannte Plausibilisierung fehlende Angaben vermieden werden können und es so zu einer Arbeitserleichterung und weniger Rückfragen kommt. „Die aktuelle Bearbeitungsdauer liegt in der Regel zwischen fünf Wochen und sechs Monaten“ – je nach Komplexität und etwaig anfallenden Rückfragen.

Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag steigt von 8130 Euro im Jahr und pro Person auf 8354 Euro. Wer ein geringeres zu versteuerndes Einkommen hat, muss keine Einkommensteuer zahlen.

Unterhaltsleistungen

Der Höchstbetrag für den Abzug von Aufwendungen für den Unterhalt (zum Beispiel Kosten für Ernährung, Wohnung, Hausrat) einer gesetzlich unterhaltsberechtigten und gleichzeitig bedürftigen Person (zum Beispiel Eltern, Kinder) wurde ebenfalls von 8130 Euro auf 8354 Euro angehoben. Zahlungen an Kinder, für die ein Anspruch auf Kindergeld besteht, können allerdings nach dieser Regelung nicht abgesetzt werden, da die Kosten bereits durch das Kindergeld abgedeckt sind.

Fahrt- und Reisekosten

Seit dem 1. Januar 2014 ist das neu gefasste steuerliche Reisekostenrecht anzuwenden. An die Stelle der „regelmäßigen Arbeitsstätte“ ist seitdem die „erste Tätigkeitsstätte“ getreten. Damit gilt ab dem 1. Januar 2014 grundsätzlich die Pendlerpauschale von 30 Cent pro Entfernungskilometer für die Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte.

Hat der Arbeitnehmer keine erste Tätigkeitsstätte, ist die Pendlerpauschale auch für Fahrten des Arbeitnehmers von seiner Wohnung zu einem vom Arbeitgeber dauerhaft festgelegten Ort anzusetzen, an dem sich der Arbeitnehmer typischerweise arbeitstäglich zur Aufnahme seiner beruflichen Tätigkeit einzufinden hat (Sammelpunkt, Betrieb des Arbeitgebers).

Entsprechendes gilt für die Fahrten des Arbeitnehmers ohne erste Tätigkeitsstätte von seiner Wohnung zu einem weiträumigen Arbeitsgebiet (zum Beispiel einem Zustellbezirk). Bei beruflich veranlassten Fahrten im Rahmen einer Auswärtstätigkeit (Reisekosten) können die Fahrtkosten in Höhe der tatsächlich entstandenen Aufwendungen berücksichtigt werden. Alternativ kann bei Benutzung eines eigenen Pkw auch ein pauschaler Kilometersatz von 30 Cent je Fahrtkilometer abgezogen werden.

Verpflegungsmehraufwand

Für eintägige Dienstreisen mit einer Abwesenheit von mehr als acht Stunden können nun zwölf Euro statt bisher sechs Euro als Werbungskosten angesetzt werden. Dieser neue Pauschbetrag gilt bei mehrtägigen Dienstreisen mit mindestens einer Übernachtung – unabhängig von der Abwesenheitsdauer – auch für den An- und Abreisetag. Bei einer Abwesenheit von 24 Stunden werden 24 Euro berücksichtigt.

Doppelte Haushaltsführung

Wer Mehraufwendungen für eine berufsbedingte doppelte Haushaltsführung hat, kann die tatsächlich entstandenen Aufwendungen für die Nutzung der Wohnung oder Unterkunft – unabhängig von deren Größe – bis zu einem Betrag von 1000 Euro monatlich geltend machen.

Dieser neue Höchstbetrag ersetzt die bisherige Angemessenheitsprüfung durch das Finanzamt und umfasst alle für die Wohnung oder Unterkunft entstehenden Aufwendungen einschließlich der Aufwendungen für einen KFZ-Stellplatz. Eine doppelte Haushaltsführung liegt dann vor, wenn Arbeitnehmer neben ihrer Hauptwohnung auch eine Wohnung am Arbeitsort haben.

Renten

Für Bürger, die im vergangenen Jahr Rentner geworden sind, beträgt der Besteuerungsanteil insbesondere für die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung 68 Prozent. Somit bleiben in 2014 genau 32 Prozent der vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Beträgt die monatliche Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bei Alleinstehenden allerdings nicht mehr als 1225 Euro und liegen keine weiteren Einnahmen vor, fallen grundsätzlich keine Steuern an. Bei Verheirateten verdoppelt sich dieser Betrag.