„Feuchtediagnose-Beratung“ in Oberhausen hilft bei Schimmel

Mit einem Thermo- und Hygrometer lässt sich die Raumluft gut messen.
Mit einem Thermo- und Hygrometer lässt sich die Raumluft gut messen.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Bei der Verbraucherzentrale in Oberhausen ist Schimmel stets ein großes Thema. Besonders im Winter wird die „Feuchtediagnose-Beratung“ gut genutzt.

Oberhausen.. Jedes Jahr im Winter tauchen sie vermehrt auf, die unliebsamen Flecken an den Wänden: Schimmel. Besonders betroffen sind Räume wie Bad, Küche und Schlafzimmer, in denen viel Feuchtigkeit entsteht. Hier kann sich in der kalten Jahreszeit schnell Schimmel bilden. „Eigentlich ist das Thema Schimmel bei uns ein Dauerbrenner“, erklärt Kathrein Becker von der Verbraucherzentrale Oberhausen.

Die „Feuchtediagnose-Beratung“ würde gut genutzt. Dabei besichtigt ein Experte der Energie-Beratung die Wohnungen der Verbraucher. Auch bei der Mietrechtsberatung würde sehr häufig über Schimmel gesprochen. Dabei sei einer der wichtigsten Beratungspunkte gar nicht der Schimmel selbst, sondern „die Klärung des Verantwortungsbereichs“, so Becker. Also: Wer muss zahlen?

Mieter müssten Vermieter sofort informieren

„So pauschal ist die Frage nämlich nicht zu beantworten“, erklärt Rita Maria Jünnemann von der Verbraucherzentrale NRW. Mieter, die Schimmel in ihrer Wohnung finden, müssten dem Vermieter sofort Bescheid geben. Dann sei ein Experte gefragt.

Harald Bartnik, Geschäftsführer des örtlichen Mieterschutzbundes, hat hier in den vergangenen vier Jahren eine Veränderung festgestellt. Damals hätten noch viele Vermieter Schadensersatz vom Mieter gefordert, mit der Begründung, dass nicht richtig gelüftet worden sei. Heute würden zumindest die großen Wohnungsgesellschaften anders reagieren. Bartnik: „In solchen Wohnungen wechseln manchmal ständig die Mieter. Da sind die Gesellschaften froh, wenn sie mal einen Mieter gefunden haben, der dauerhaft dort bleiben will. Um ihn zu halten, wird der Schaden dann behoben.“

Kalte Stellen in der Wohnung überprüfen

Jünnemann rät, die kalten Stellen einer Wohnung auf Schimmel zu überprüfen. Hier kondensiert die feuchte Raumluft und lässt die Schimmelsporen wachsen. Darum sollten auch unbewohnte Räume auf mindestens 16 Grad geheizt werden. Außerdem ist regelmäßiges Lüften entscheidend. „Der beste Raumluftentfeuchter ist der Fenstergriff“, so Jünnemann. Auch bei Regen könnte bedenkenlos stoßgelüftet werden. „Denn draußen ist die Luft kalt und kann nicht viel Wasser binden. Wenn die kalte Luft nach innen strömt, kann diese kalte Luft durch die Erwärmung wieder mehr Wasser aufnehmen“, erklärt die Architektin.

Bartnik: „Wir hatten einmal einen Sachverständigen, der hat gesagt, in Wohnungen ohne Wärmedämmung müsste man eigentlich jede Stunde durchlüften. Aber wer macht das schon?“

Darum rät Bartnik für Räume, die keine Wärmedämmung haben: „Richtig lüften, richtig heizen und keine Möbel an die Außenwände stellen.“ Richtig lüften heißt: Drei mal täglich Stoßlüften, statt die Fenster auf Kipp zu stellen. Die Türen sollten dabei geschlossen sein. Außerdem empfiehlt er zwischen Möbeln und Wand einen Abstand von zehn bis 15 Zentimetern.