Feinstaubbelastung in Oberhausen geht zurück

Die Feinstaubbelastung an der Mülheimer Straße ist im vergangenen Jahr weiter gesunken.
Die Feinstaubbelastung an der Mülheimer Straße ist im vergangenen Jahr weiter gesunken.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Im vergangenen Jahr gab es weniger Überschreitungstage an der Mülheimer Straße. Ein Anstieg beim Stickstoffdioxid stellt die Verwaltung aber vor ein Rätsel.

Oberhausen.. Die Feinstaubbelastung an der Mülheimer Straße ist auch im vergangenen Jahr zurückgegangen. Nur noch an 18 Tagen wurden 2014 die zulässigen Grenzwerte überschritten – erlaubt sind nach Vorgabe der Europäischen Union 35. Gleichzeitig muss Markus Werntgen-Orman, der Leiter des städtischen Bereichs Umweltschutz, aber mitteilen, dass im vergangenen Jahr die Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) gestiegen ist. „Die Luftbelastung an der Mülheimer Straße liegt nach wie vor deutlich über dem Grenzwert“, wird er dem Umweltausschuss in der kommenden Woche berichten. Es bestehe weiterhin „dringender Handlungsbedarf“.

Der Anstieg beim NO2 bereitet der Verwaltung dabei einiges an Kopfzerbrechen. „Wir haben momentan noch keine rechte Erklärung dafür, warum es diese Entwicklung 2014 gab“, so Werntgen-Orman. Denn eigentlich sei die Witterungslage über das Jahr hinweg sehr günstig gewesen. Nur im März 2014 habe es über einen längeren Zeitraum hinweg in ganz Westeuropa eine Wetterlage mit geringem Luftaustausch gegeben. Dass diese für die Luftqualität außergewöhnlich günstigen Wetterbedingungen in 2014 auch in den folgenden Jahren vorherrschen werden, sei eher nicht zu erwarten, heißt es vom Bereich Umwelt.

Deutlich weniger LKW unterwegs

Beim Feinstaub hingegen würden die ergriffenen Maßnahmen Wirkung zeigen. So dürfen seit dem 1. Juli Fahrzeuge, die keine grüne Plakette besitzen, nicht mehr in die Umweltzone einfahren, welche den Großteil des Oberhausener Südens umfasst. Auch das Pilotprojekt der Metropole Ruhr zur LKW-Navigation, mit dem der Schwerlastverkehr um besonders belastete Gebiete herumgeleitet werden soll, mache sich bemerkbar. „Meinem Empfinden nach, sind auf der Mülheimer Straße deutlich weniger LKW unterwegs“, so Werntgen-Orman.

Dennoch arbeite die Verwaltung weiterhin daran, die Schadstoffbelastung zu senken – die EU-Vorgaben müssen schließlich eingehalten werden. Darum steht eine Ausweitung des LKW-Durchfahrtsverbots für die Mülheimer Straße weiterhin auf der Agenda. „Wir müssen jedoch in jedem Fall vermeiden, den Verkehr einfach zu verlagern. Damit wäre niemandem geholfen.“

Der Bereichsleiter sieht zudem die Fahrzeughersteller in der Pflicht. „Diese Stoffe erst gar nicht entstehen zu lassen, ist der richtige Ansatz.“

Stärkere Kontrolle

Manfred Flore, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, plädiert dafür, das bestehende Durchfahrtsverbot strenger zu kontrollieren. „Ordnungsamt und Polizei müssen dafür zusammenarbeiten.“ Es dürfe jedoch nicht passieren, dass LKW-Fahrer sich in Zukunft einfach andere Routen durch Oberhausen suchen. Den Verkehr auf der Mülheimer Straße in großem Maßstab zu verringern, sei nicht realistisch – sie sei schließlich eine der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt. „Auch ich halte es darum für zielführend an die Fahrzeughersteller heranzutreten.“