Feinschmecker ehren Oberhausener Fleischerei

Nicht nur zur Weihnachtszeit gut gefüllt: die Bio-Fleischerei Kürten in Sterkrade.
Nicht nur zur Weihnachtszeit gut gefüllt: die Bio-Fleischerei Kürten in Sterkrade.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das ist ein schöner Erfolg für den bekannten Sterkrader Metzger Udo Kürten. Eine kulinarische Fachzeitschrift ehrt ihn mit einer Auszeichnung.

Oberhausen.. Menschen drängen sich vor der Theke. Bis nach draußen auf die Bahnhofstraße hat sich schon eine Schlange gebildet. „Reicht das Stück Fleischwurst?“, fragt die Verkäuferin. Der Kunde nickt. Er zahlt und schon ist der nächste an der Reihe. Die Fleischerei von Ute und Udo Kürten in Sterkrade ist weit über die Stadtgrenzen beliebt.

Dass es dafür gute Gründe gibt, hat jüngst auch das Magazin „Der Feinschmecker“ festgestellt. In der Broschüre „Die besten Metzger in Deutschland“ ist er der einzige Oberhausener, der gelistet ist.

Höhere Kosten als die Konkurrenz

„Das macht einen schon stolz“, sagt Udo Kürten. Das Geschäft betreibt er in der dritten Generation. Die vierte Generation – sein Sohn Kevin und seine Tochter Janine – arbeitet auch schon in dem Familienbetrieb mit, der seit mehr als zehn Jahren zum Erzeugerverband Naturland gehört. Naturland-Bauern und -Verarbeiter verpflichten sich, hohe ökologische Standards einzuhalten, die strenger sind als die des europäischen Bio-Siegels.

Der Idee des ökologischen Landbaus fühlt sich Udo Kürten schon seit mehr als 20 Jahren verpflichtet. Zu einer Zeit, wo Fleisch- und Lebensmittelskandale noch nicht die Regel waren, setzte er bereits auf Bio-Qualität. Dass er damit höhere Kosten hatte als andere konkurrierende Fleischereien nahm er bewusst in Kauf.

95 Prozent des Wurstsortiments aus der eigenen Produktion

Geschadet hat es dem Betrieb nicht. Neben der Fleischerei betreibt der geschäftstüchtige Metzgermeister noch ein kleines Hotel direkt neben seinem Laden, einen Partyservice und eine Eventagentur.

„Der Kernkompetenz scheint so viel Aktivität nicht zu schaden“, stellte auch „Der Feinschmecker“ fest. Rund 95 Prozent des umfangreichen Wurstsortiments kommt bei Kürten aus der eigenen Produktion. Den Testern hat vor allem der mit Ei gefüllte Schweinebraten in Scheiben, der Kassleraufschnitt und die Frikadellen gefallen. Letztere bezeichneten die Autoren auch als „die besten unserer gesamten Recherchetour durchs Ruhrgebiet“.

Fleischereien bekommen wieder mehr Zulauf

Dass seine Spezialitäten aber nicht nur etwas für erlesene Feinschmecker sind, lässt sich an den vielen Menschen ablesen, die in den Laden und wieder hinausströmen.

Udo Kürten ist davon überzeugt, dass sich Bio-Produkte und althergebrachte Handwerksbetriebe wie seiner auf dem Lebensmittelmarkt behaupten werden: „Ich glaube, dass es sich beim Verbraucher durchsetzen wird.“

Dass Fleischereien wieder mehr Zulauf bekommen, das liegt für Kürten auch an den vielen Kochshows im Fernsehen. „Der Verbraucher wird dadurch für gute Produkte sensibilisiert“, sagt er. So wird wohl auch in Zukunft der Andrang in Udo Kürtens Fleischerei nicht kleiner werden.