Fauler Hai, schnelle Makrele
30.01.2009 | 18:10 Uhr 2009-01-30T18:10:00+0100
Schulkinder helfen beim Zählen. Manche Tiere mögen's gemütlich am Boden, andere sind flott über den Köpfen unterwegs - manchmal ist es schwierig, den Dingen auf den Grund zu gehen. Da hilft nur ein Frühjahrsputz.
Die Makrelen rasen irre schnell über die Besucherköpfe hinweg. Der glänzende Schwarm schafft's im Wasser auf bis zu 35 km/h. Die Aale hingegen lassen es ruhig angehen und machen sich's auf dem Boden gemütlich. Sie graben sich genüsslich in den sandigen Grund ein. „Bei manchen Tieren ist es ein echtes Problem, sie zu entdecken und sie zu zählen”, sagt Robert Donoso.
Also hat der biologische Leiter des „Sea Life” in der Neuen Mitte um viele wache Augen gebeten: Bis Montag, 2. Februar, wird in den Großaquarien nahezu alles gezählt, was sich bewegt. Eine Inventur in der Unterwasserwelt. Und Kinder dürfen mitmachen. Für einen von zehn auf fünf Euro reduzierten Eintrittspreis bekommen sie am Eingang einen Waschzettel, den sie ausfüllen können: Wie viele Haie kannst Du im Schildkrötenriff zählen? Wie viele Langusten krabbeln im Holzschiffs-Wrack? Wie viele Rochen schwimmen im Nordseegrund?
Insgesamt rund 20 000 Tiere können die Besucher im „Sea Life” besichtigen, knapp 130 verschiedene Arten. Den Großteil bilden die wirbellosen Tiere: u.a. Quallen, Schwämme, Anemonen. Interessanter sind allerdings die Wirbeltiere. Und die sollen gezählt werden.
Manchmal ist das ein Kinderspiel: „Der Ammenhai liegt hier nur rum, der bewegt sich fast gar nicht”, sagt Fünftklässler Luis Streitbörger, der mit dem Ratsgymansium Bielefeld nach Oberhausen gekommen ist. „Aber andere, kleinere Fische zu zählen, ist manchmal sehr, sehr schwierig”, stellt der Elfjährige fest.
Mit Bleistift und Digitalkamera
Die „Sea Life”-Mitarbeiter haben sich in den letzten Tagen selbst daran gemacht, ihre Bewohner zu zählen. Aale und Plattfische (Flundern, Rochen, Schollen) mussten den jährlichen Frühjahrsputz über sich ergehen lassen. Zum einen zählten die Angestellten auf herkömmliche Art, mit Bleistift und Strichliste, zum anderen mit Digitalkameras. An mehreren Stellen des Aquariums schossen sie gleichzeitig Fotos von den Fischen. So vermieden sie, dass sie die pfeilschnellen Makrelen doppelt und dreifach auflisteten.
„Hinzu kommen die Zählungen der Kinder. Das ergibt ein Gesamtbild”, sagt Robert Donoso. Und er verrät: Knapp 2000 Wirbeltiere sind im „Sea Life”-Wasser unterwegs.

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