Familien Hilfe und Orientierung geben
20.11.2009 | 17:36 Uhr 2009-11-20T17:36:00+0100
Die Psychologische Beratungsstelle der Stadt feiert ihr 60-jähriges Bestehen: Arbeit gibt's für sie weiter mehr als genug
In einer Dachkammer an der Falkensteinstraße nahm 1949 eine Beratungsstelle ihren Dienst auf, die damals eine der ersten ihrer Art in Nordrhein-Westfalen war: die Erziehungshilfestelle der Stadt Oberhausen. Freitag feierte die Einrichtung, die inzwischen längst „Psychologische Beratungsstelle” heißt und seit 1977 an der Schwarzwaldstraße 25 beheimatet ist, ihr 60-jähriges Bestehen: „Und ihre Arbeit wird in Zukunft nicht weniger und nicht leichter werden”, wagte Oberbürgermeister Klaus Wehling in seiner Grußansprache einen kleinen Ausblick.
Konflikte, Mobbing oder Leistungsdruck
Das konnte Familiendezernent Reinhard Frind nur unterstreichen: „In der Erziehungsberatung erleben wir schon seit längerem steigende Fallzahlen. Beratungsliteratur und die Supernanny im Fernsehen erleben nicht von ungefähr einen Boom, denn es gibt immer mehr Eltern, die Erziehungsprobleme haben und es nicht schaffen, ihren Kindern Orientierung zu geben.” Bei Kindern und Jugendlichen zeigten sich vermehrt seelische oder psychische Probleme, Depressionen, Ängste, gestörtes Sozialverhalten oder andere Auffälligkeiten – oft ausgelöst durch Trennungen oder Konflikte in der Familie, gestiegenen Leistungsdruck oder Mobbing in der Schule. Und im Schnitt erhalte nur jeder zweite Jugendliche, der es nötig habe, die erforderliche Therapie: „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir die Familien, die nicht von selbst Hilfe suchen, in Zukunft mit den nötigen Beratungsangeboten erreichen können”, gab Frind zu bedenken.
Auch was das angeht, hat sich die Psychologische Beratungsstelle, die sich in ihrer Arbeitsweise immer an den jeweils neuesten Erkenntnissen orientiert hat, schon „auf den Weg gemacht”: Sie hat sich mit anderen Einrichtungen der Jugendhilfe vernetzt und arbeitet zum Beispiel eng mit Kindertagesstätten zusammen, wo sie ihre Hilfe anbietet – da, wo Eltern sowieso beinah hinkommen und nicht erst eine Hemmschwelle zu überwinden haben, um Rat zu finden. „Je früher man Probleme erkennt, desto eher kann die Hilfe beginnen, desto wahrscheinlicher ist der Erfolg der Maßnahmen”, lobte Wehling diese Bemühungen.
Im Jahr 2008 haben 1018 Familien oder Einzelpersonen die Beratungsstelle, die aus sechs Fachkräften besteht, aufgesucht.

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