Facebook-Hetze gegen Unschuldigen - Polizei Oberhausen ermittelt

Wer Facebookbeiträge mit übler Nachrede oder verleumdnerischen Inhalts teilt, macht sich ebenfalls schuldig.
Wer Facebookbeiträge mit übler Nachrede oder verleumdnerischen Inhalts teilt, macht sich ebenfalls schuldig.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Es sind schlimme Vorwürfe, die auf einer Facebook-Seite erhoben werden: Ein Mädchen soll vergewaltigt worden sein, das Foto des vermeintlichen Täters aus Oberhausen wird sogar gezeigt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen - nicht gegen den Jungen, sondern gegen die Verfasser der Seite.

Oberhausen.. „Heute am 17.7. wurde meine kleine, zwölfjährige Schwester von diesem Typen brutal vergewaltigt und geschlagen.“ So beginnt ein Beitrag auf einer Facebookseite. Auf der ist der angebliche Vergewaltiger aus Oberhausen dann auch noch mit Foto zu sehen. Ja, es werden sogar der Name des Mannes und mögliche Aufenthaltsorte in der Stadt genannt.

Wie die Polizei ermittelte, handelt es sich bei den Vorwürfen um einen Fake. „Das ist ein Racheakt von Leuten, die dem jungen Mann Böses wollen“, erklärte am Montag Polizeisprecher Axel Deitermann. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht jetzt nach den Verfassern des Beitrags.

Sie haben sich womöglich der üblen Nachrede oder sogar der Verleumdung schuldig gemacht. Damit drohen ihnen im ersten Fall Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren oder Geldstrafen. Verleumdung wird noch härter bestraft. Wer seine verleumdnerischen Äußerungen „öffentlich in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3)“ von sich gibt, muss mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafen rechnen.

Der üblen Nachrede oder Verleumdung schuldig machen

Internet-Hoaxes Die Polizei warnt grundsätzlich alle Facebook-Nutzer, genau zu prüfen, welche Beiträge sie teilen, denn auch sie machen sich sonst schnell der üblen Nachrede oder Verleumdung schuldig. Auf die Anfrage einer Facebook-Nutzerin, ob die Polizei die Seite nicht sperren könne, antwortete die Polizei Oberhausen, dass das ein sehr schwieriger Prozess sei, der ausschließlich von Facebook umgesetzt werden könne.