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Facebook-Beleidigungen - Warum sich Oberhausener über einen Polizisten beschwerten

07.07.2012 | 07:00 Uhr
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Facebook-Beleidigungen - Warum sich Oberhausener über einen Polizisten beschwerten
Ein Polizeibeamter aus Oberhausen soll sich fremdenfeindlich geäußert haben. Foto: Christoph Reichwein

Oberhausen.   Ein Polizist soll während der Europameisterschaft fremdenfeindliche Kommentare auf Facebook gepostet haben. Das flog auf, weil sich Bürger bei der Polizei beschwerten. Nun erzählt einer der Männer, warum er einschritt: "Wir wollen einfach mal Zivilcourage zeigen, nicht wegschauen."

Bürger beschwerten sich bei der Polizei über einen Oberhausener Polizeibeamten (42), der sich auf Facebook in Zusammenhang mit der Fußball-EM fremdenfeindlich geäußert haben soll. Einer der Betroffenen meldete sich jetzt in der Redaktion und erklärte, warum er und seine Mitstreiter die Äußerungen des Beamten nicht hinnehmen wollten. „Wir wollten einfach mal Zivilcourage zeigen, nicht wegschauen“, sagt der Mann.

Er stellt auch klar: „Ich war nicht beleidigt oder in meiner Ehre gekränkt, ich war schockiert.“ Die womöglich fremdenfeindlichen Äußerungen sollen sich gegen Italiener gerichtet haben. Der Beschwerdeführer verdeutlicht, es haben sich nicht nur Italiener, sondern auch Deutsche bei der Polizei beschwert.

Und auf Facebook hätten sich sogar empörte Leute aus anderen Ländern gemeldet. Was er allerdings sehr bedenklich findet: „Viele haben die Beiträge auch mit ‘gefällt mir’ kommentiert.“ Was ihn außerdem entsetzt: die vielen Migranten-feindlichen Online-Kommentare, die zu der Berichterstattung über den Vorfall zu allem Überfluss erstellt wurden.

Richtig lange Texte

Nach Aussage des Oberhauseners hätte der Polizeibeamte sich nicht nur nach dem EM-Endspiel Spanien gegen Italien so „fremdenfeindlich geäußert“. „Das ging schon los, als die Paarungen feststanden“, sagt der Mann. Die Äußerungen hätten ab einem bestimmten Punkt auch nichts mehr mit Sport zu tun gehabt, „das ging weit darüber hinaus“. Es seien zum Teil richtig lange Texte gewesen.

Gerade auch vor dem Hintergrund, dass jetzt bald wieder die Multi stattfindet und Gäste aus aller Welt empfangen werden, hält der Oberhausener die Äußerungen für besonders schlimm. Dennoch sagt er: „Ich möchte keine Existenz zerstören.“ Dass der Beamte seinen Job verliert, wünscht der Oberhausener nicht. „Es ist wichtig, dass er einen Denkzettel bekommt“, findet er aber doch. „Vielleicht eine Geldstrafe, die er für die Multi spenden könnte“, überlegt der Mann. Zu der kämen ja auch Kinder aus Italien. „Das wäre dann etwas, woraus der Polizeibeamte eine Lehre ziehen könnte.“

Bei der Polizei will und kann man derweil zu dem „laufenden Verfahren“ keine Stellung beziehen. „Wir werden am Montag mit dem Kollegen reden“, sagte Pressesprecher Uwe Weighardt. Zurzeit befindet sich der Polizeibeamte noch im Urlaub. Nach dem Gespräch würde die Sache der Staatsanwaltschaft übertragen. Die muss dann klären, ob dem 42-Jährigen etwas vorzuwerfen ist und wenn ja, was. Beleidigung oder auch fremdenfeindliche Äußerungen kämen als mögliche Vorwürfe in Frage.

Staatsanwaltschaft prüft den Vorfall noch

Erst wenn die Staatsanwaltschaft sich auf einen möglichen Vorwurf festlegt, kann die Polizeileitung disziplinarische Maßnahmen gegen den 42-jährigen Beamten ergreifen. Ob die Angelegenheit zusätzlich vor Gericht kommt, ist nicht klar. Auch eine außergerichtliche Einigung bei der Fachstelle „Für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktregelung Rhein-Ruhr“ wäre denkbar.

Der Oberhausener sagt übrigens auch: „Wir haben keine Anzeige erstattet, wir haben uns nur beschwert.“ Weighardt erklärte: „Wenn solche Sachen an uns herangetragen werden, sind wir gehalten, dem nach zu gehen.“

Andrea Micke

Kommentare
08.07.2012
08:40
Facebook-Beleidigungen - Warum sich Oberhausener über einen Polizisten beschwerten
von donfernando | #30

Fremdenfeindlichen Äußerungen gegen Italiener?

Das mit den Italienern ist schon so lange her und fand statt, als sie sich als erste Gastarbeitergeneration nach Deutschland getraut hatten.
Heute schwelgt in solchen alten Erinnerungen nur noch die uralte Tante Anna Kronismus, deren Demenz die Zeit nach 1965 bereits gelöscht hat.

Denn Italiener sind mittlerweile nämlich einfach keine Fremden mehr, weil wir mit ihnen in einem Boot sitzen, und zwar in der MS Euro (die mit der Seenot). Zur Eurorettung müssen sie sich anstrengen und einschränken, und das müssen wir auch bald verstärkt tun, oder tun es sogar schon.
In der Katastrophe halten die Menschen gleich welcher Nation zusammen, das war schon immer so.
Der Euro hat halt zwar Europa nicht so vereinigt, wie sich das seine Erfinder vorstellten, aber immerhin. Dass sich die Kinder des Euro manchmal streiten, wer es besser kann mit dem Sparen, und ihre Eurogeschwister bei Mutti anschwärzen, ist bei der Menge der Euro-Kinder auch normal.

08.07.2012
03:37
Facebook-Beleidigungen - Warum sich Oberhausener über einen Polizisten beschwerten
von HoZi72 | #29

Haben Sie die Äußerungen vorliegen? Nein? Dann gilt in Deutschland sowohl für Deutsche als auch für Ausländer die Unschuldsvermutung, oder sind wirklich alle Deutschen an den Pranger zu stellen? Übrigens: bei unserer Polizei gibt es auch Bedienstete mit Migrationshintergrund, also Schluss mit dieser Deutschenhetze. Vielleicht handelt es sich bei dem Polizisten um einen Deutschen oder um jemanden mit Migrationshintergrund, vielleicht aber auch um einen einfach dummen Menschen...Ein solches Bild kann ich mir aber nicht bilden, ohne die angesprochenen Beleidigungen selbst gelesen zu haben.

08.07.2012
02:19
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08.07.2012
01:20
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1 Antwort
Facebook-Beleidigungen - Warum sich Oberhausener über einen Polizisten beschwerten
von Ismet | #27-1

@maped
Danke für Ihr Entgegenkommen. Natürlich gibt es in jeder Gesellschaft schwarze Schaafe. Das diese bei den Migranten etwas ausgeprägter zusein scheint hat immer ein Grund. Wie Sie wissen hat eine Statistik kaum einen Nährwert. Wie heisstbes im Volksmund? "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast"!
Es läuft eher eine Ablenkungsmaschinerie, die Deutschland von den wahren Problemen ablenken soll. Aber dazu will ich mich nicht weiter äussern, das würde hier den Rahmen deutlich Sprengen.

08.07.2012
00:30
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08.07.2012
00:26
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08.07.2012
00:18
Interessanter Blog hier
von Ismet | #24

Nun als Migrant wollte ich meine Gedanken euch nicht vorenthalten.
Kurz zu mir damit Ihr Versteht warum ich die weiteren Zeilen Verfasst habe.
Bin 39, in Deutschland geborener Türke.
Trotz aller Ausländerfeindlichkeiten fühle ich mich n Deutschland wohl. Warum werdet ihr euch Fragen? Ganz einfach, als Migrant gewöhnt man sich einfach daran (naja mehr oder weniger). Trotz allem versuche ich ein guter Bürger zusein, gehe einem geregeltem Job nach. Zahle Steuern und sonstige Abgaben und versuche meinen Kindern eine gute Ausbildung zu Verschaffen damit die es etwas besser haben in der Zukunft (eventuell müssen die Migranten das Sinkende Schiff "Deutschland" verlassen), als die, die mit einer geringen Qualifizierung "Leben" und sich in Facebook über die Beschweren, die ihnen die Arbeit und die Zukunft "Stiehlt".
Trotzdem liebe ich dieses Land. Ich kenne kein anderes, will auch in keinen anderen Land Leben. Denn den Spaltern werde ich es nicht Hinterlassen.
Danke für die Aufmerksamkeit.

2 Antworten
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07.07.2012
23:42
Facebook-Beleidigungen - Warum sich Oberhausener über einen Polizisten beschwerten
von kaschmido | #23

Das gibt es nicht nur bei der Oberhauser Polizei. Mir ist auch ein Polizist bekannt, der auf Facebook versucht gegen Moslems "mobil" zu machen. Für mich haben so Menschen in diesem Job nichts zu suchen, denn ich stelle einfach die Neutralität in Frage.

07.07.2012
21:36
Facebook-Beleidigungen - Warum sich Oberhausener über einen Polizisten beschwerten
von Pucky2 | #22

@ #20 Welche Demokratie meinen Sie denn?
Deutschland ist jedenfalls keine... das Parlament entmachtet von der Bundeskanzlerin, regiert von nicht gewählten EU-Kommissaren und selbsternannten Euro-Rettern, ein nicht kontrollierbarer Inlandsgeheimdienst, der sich scheinbar an keine Gesetze hält, Parallelgesellschaften, die unsere Gesetze nur anerkennen, wenn es ihnen nützt.

In diesem Land hat man als Bürger nur zu zahlen und darf alle fünf Jahre die Stimme wortwörtlich abgeben. Keine Volksentscheide, keine Volksbegehren und die Unterdrückung der Meinungsfreiheit wird als political correctness getarnt oder sonst auf den Verweis auf unsere Geschichte. Komisch, dass für gewisse politische Kreise die deutsche Geschichte nur 12 Jahre hat...

und jetzt hat sich jemand EVENTUELL etwas im Ton vergriffen und sofort wird ein Fass aufgemacht.

07.07.2012
21:30
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