Das aktuelle Wetter Oberhausen 14°C
WAZ-Medizinforum

Experten informieren über Darmspiegelung

25.08.2010 | 17:57 Uhr
Experten informieren über Darmspiegelung
Oberarzt Dr. Thomas Kaden - Janska , Chefarzt Prof. Dr. Claus Niederau und Oberarzt Dr. Hans Martin Frühauf vom St.-Josef-Hospital am Endoskop. Foto: Gerd Wallhorn

Wer macht das schon gern: Einen fingerdicken Schlauch schlucken, oder, noch schlimmer, sich in den Po einführen lassen? Auch wenn heutige Endoskopie-Geräte so dünn und flexibel wie niemals zuvor sind. Unser viertes WAZ-Medizinforum beleuchtet am 6. September die Vorteile, die Magen- und Darmspiegelungen bei einer Reihe von Erkrankungen mittlerweile bieten.

Denn der Blick durchs (intime) Schlüsselloch erspart in vielen Fällen die Operation, wie Prof. Niederau, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am St.-Josef-Hospital erklärt. „Heute kann man Blutungen im Magen zu etwa 90 Prozent mit einer Magenspiegelung in den Griff kriegen. Früher hätte man dafür einen Bauchschnitt machen müssen.“ Besonders in den vergangenen zehn Jahren habe die Untersuchung mittels High-Tech-Schlauch große Fortschritte gemacht, so Niederau. So könne man Polypen entfernen oder sogar auch kleinere Krebsgeschwüre, Krampfadern veröden oder krankhafte Ausbuchtungen im Darm (Divertikel) beseitigen.

Nicht nur bei Krankheiten sei die Darmspiegelung sinnvoll, so der Gastroenterologe. „Meist dauert es zehn Jahre, bis aus einem Polypen ein Krebsgeschwür entsteht.“ Durch die Darmkrebsvorsorge in Deutschland (ab dem 55. Lebensjahr übernimmt die Krankenkasse alle zehn Jahre die Kosten für eine Darmspiegelung), sei dieser bösartige Tumor tatsächlich auf dem Rückmarsch: „Darüber gibt es wissenschaftliche Nachweise, was nicht für alle Vorsorgen gilt.“ Öfter trägt die Kasse übrigens den so genannten „Hämocult“-Test, mit dem man verstecktes Blut im Stuhl aufspüren kann, auch ein Hinweis auf eine bösartige Erkrankung. Dieser sei allerdings längst nicht so aussagekräftig wie die Darmspiegelung. Die führen endoskopierende Internisten in ihrer Praxis aus, ins Krankenhaus muss man dafür nicht.

Gänzlich ohne Schattenseiten ist aber auch die Untersuchung mit dem Schlauch nicht: „In einem von 1000 bis 5000 Fällen gibt es eine Perforation“, sagt Niederau, also ein Loch in der Schleimhautwand, dann muss meist operiert werden. Besonders Menschen mit chronischen Darmerkrankungen und Divertikeln sind gefährdet.

Géraldine Lakermann

Facebook
 
Kommentare
22.11.2010
20:27
Experten informieren über Darmspiegelung
von Silke111 | #2

Trotz des Risikos, ist es besser alle paar Jahre eine Untersuchung mitzumachen.

24.10.2010
07:09
Experten informieren über Darmspiegelung
von WURM | #1

deep deep down

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3606801/create

Umfrage der Woche
Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Captcha

Bitte übertragen Sie den Code in das folgende Feld:

Wort unleserlich? (Neuladen)

 
Aktuelle Fotos und Videos
Brings im Ebertbad in Oberhausen
Bildgalerie
Konzert
Stimmen zum Rauchen
Video
Video
Radrennen in Oberhausen
Bildgalerie
Pfingstradrennen
Wohnhausbrand in Lirich
Bildgalerie
Feuer
Aus dem Ressort
Jugendarbeitslosigkeit in Oberhausen sinkt
Arbeitsmarkt
Auch die Zahl der erwerbslosen Ausländer sowie älteren Menschen verbesserte sich leicht. Doch obwohl es mehr freie Stellen gibt, stagniert Arbeitslosigkeit
Nächtliche Reise voller Gefühle
Kultur
Zwei arme Seelen könnten zueinander finden, schaffen es aber nicht, scheitern am Leben. In Tom Waits’ Woyzeck-Opera, die 2008 wie ein Paukenschlag die erste Carp-Spielzeit eröffnete, war Jürgen Sarkiss der gescheiterte Held, der seine geliebte Marie tötete. „Die Musik macht mich an“, outete er sich