Experten informieren über Darmspiegelung
25.08.2010 | 17:57 Uhr 2010-08-25T17:57:00+0200
Wer macht das schon gern: Einen fingerdicken Schlauch schlucken, oder, noch schlimmer, sich in den Po einführen lassen? Auch wenn heutige Endoskopie-Geräte so dünn und flexibel wie niemals zuvor sind. Unser viertes WAZ-Medizinforum beleuchtet am 6. September die Vorteile, die Magen- und Darmspiegelungen bei einer Reihe von Erkrankungen mittlerweile bieten.
Denn der Blick durchs (intime) Schlüsselloch erspart in vielen Fällen die Operation, wie Prof. Niederau, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am St.-Josef-Hospital erklärt. „Heute kann man Blutungen im Magen zu etwa 90 Prozent mit einer Magenspiegelung in den Griff kriegen. Früher hätte man dafür einen Bauchschnitt machen müssen.“ Besonders in den vergangenen zehn Jahren habe die Untersuchung mittels High-Tech-Schlauch große Fortschritte gemacht, so Niederau. So könne man Polypen entfernen oder sogar auch kleinere Krebsgeschwüre, Krampfadern veröden oder krankhafte Ausbuchtungen im Darm (Divertikel) beseitigen.
Nicht nur bei Krankheiten sei die Darmspiegelung sinnvoll, so der Gastroenterologe. „Meist dauert es zehn Jahre, bis aus einem Polypen ein Krebsgeschwür entsteht.“ Durch die Darmkrebsvorsorge in Deutschland (ab dem 55. Lebensjahr übernimmt die Krankenkasse alle zehn Jahre die Kosten für eine Darmspiegelung), sei dieser bösartige Tumor tatsächlich auf dem Rückmarsch: „Darüber gibt es wissenschaftliche Nachweise, was nicht für alle Vorsorgen gilt.“ Öfter trägt die Kasse übrigens den so genannten „Hämocult“-Test, mit dem man verstecktes Blut im Stuhl aufspüren kann, auch ein Hinweis auf eine bösartige Erkrankung. Dieser sei allerdings längst nicht so aussagekräftig wie die Darmspiegelung. Die führen endoskopierende Internisten in ihrer Praxis aus, ins Krankenhaus muss man dafür nicht.
Gänzlich ohne Schattenseiten ist aber auch die Untersuchung mit dem Schlauch nicht: „In einem von 1000 bis 5000 Fällen gibt es eine Perforation“, sagt Niederau, also ein Loch in der Schleimhautwand, dann muss meist operiert werden. Besonders Menschen mit chronischen Darmerkrankungen und Divertikeln sind gefährdet.

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Trotz des Risikos, ist es besser alle paar Jahre eine Untersuchung mitzumachen.
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