Essener gibt Gemeinde neues Heim

Das Alte mit dem Neuen zu einer harmonischen Einheit zu verbinden – mit diesem Konzept überzeugte der Essener Architekt Matthias Weber die Jury.

Nach seinem Entwurf plant die Evangelische Auferstehungs-Kirchengemeinde, neben ihrem Gotteshaus an der Vestischen Straße 86 ein neues modernes Gemeindeheim errichten zu lassen. Es soll in Zeiten rückläufiger Mitgliederzahlen eine zentrale Anlaufstelle für die Gemeindearbeit werden und das bisherige Gemeindehaus an der Kapellenstraße ersetzen.

Baukosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro plus Planungskosten sind zu stemmen. Dazu verkauft die Gemeinde alte, viel zu große Immobilien auch an Michel- und Teutoburger Straße. Pfarrerin Ursula Harfst sagt, der Neubau sei wichtig für die Zukunft der Gemeinde. „Die Gemeinde soll bei voraussichtlich weniger Mitgliedern und geringeren finanziellen Mitteln aktiv bleiben und sich weiter mit und für Menschen des Stadtteils engagieren können.“

Mitgliederzahlen sinken seit Jahren

Damit geht Osterfeld den gleichen Weg wie andere evangelische Gemeinden. Schmachtendorf-Königshardt etwa will eine Kirche und ein Gemeindehaus veräußern, auch Sterkrade-Holten muss über seine Zukunft nachdenken. In Osterfeld sank die Zahl der Gemeindeglieder zuletzt um jährlich bis zu zwei Prozent. Menschen sind weggezogen, aus der Kirche ausgetreten. Es sterben mehr Protestanten als Kinder getauft werden. Harfst rechnet vor: Setzt sich der Trend fort, werden es gegenüber 6554 Mitgliedern Anfang 2015 im Jahr 2024 noch 5100 Mitglieder sein.

Das neue Gemeindehaus soll zwar kleiner sein als das bisherige, sagt Harfst. „Alles, was bisher Platz hatte, soll aber auch dort Raum finden. Das Gebäude soll praktisch, einladend und energiesparend sein.“ Dies habe Weber nach Ansicht der Jury aus Vertretern der Gemeinde, des Landeskirchenamtes, des Denkmalschutzamtes und Architekturprofessoren am besten umgesetzt.

Sein Plan sieht vor, die Grünfläche vor der Kirche zu erhalten, ebenso den freien Blick auf die Turmfassade. Ein Teil der Außenwand der Kirche wird zur Innenwand des neuen Zentrums, das unmittelbar links an die Kirche anschließt. Der Neubau wird so gestaltet, dass auch die Kita, die noch an der Kapellenstraße 26 beheimatet ist, später aufs Kirchengrundstück verlagert werden kann. Wenn er bezugsfertig ist, könne auch das Gebäude Kapellenstraße 26 verkauft werden, sagt Harfst. Der Neubau wird auf Gartenstücken entstehen.

Harfst: „Deren Mieter sind informiert, dass die Gärten weichen müssen.“ Bis zur Umsetzung der Pläne wird es noch dauern, sagt die Theologin: „Ich rechne mit drei bis vier Jahren.“