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Es tut sich was in den Gemeinden

06.07.2012 | 13:00 Uhr
Es tut sich was in den Gemeinden
Eine von vier Großpfarreien: die St.-Pankratius-Kirche.

Oberhausen.   Fünf Jahre nach der Gründung der Großpfarreien in Oberhausen ist einiges passiert und zusammengewachsen. Weitere Einsparungen werden aber notwendig.

„Veränderung ist das einzig Beständige“, wusste schon der Philosoph Heraklit (540 bis 480 v. Chr.). Schwindende Mitgliederzahlen und Priestermangel sorgten vor fünf Jahren auch für große Veränderungen in den katholischen Kirchengemeinden. Damals wurden vier Großpfarreien in Oberhausen gegründet: Herz Jesu (Mitte), St. Marien (Mitte), St. Clemens in Sterkrade und St. Pankratius in Osterfeld.

Jetzt, nach fünf Jahren, zieht Thomas Eisenmenger, Pfarrer von St. Marien, ein Resümee. Er sagt vorab, dass in zwei Jahren weitere Veränderungen auf die Kirchen zukommen. Denn die Mitgliederzahlen in den Pfarreien sind weiter gesunken. Waren es in St. Marien beispielsweise zunächst noch rund 19.000 Gemeindemitglieder, zählt man dort jetzt 17.200. Auch Herz Jesu hat mit derzeit 17.500 Gemeindemitgliedern Verluste von rund 2000 Christen zu verzeichnen. In St. Clemens sieht es ähnlich aus. Auf der Homepage werden in der zweitgrößten Großpfarrei des Bistums Essen noch 38.584 Katholiken gezählt. Streng genommen waren es am 31. Dezember 2011 aber nur noch 35.554.

Was das bedeutet, erklärt Eisenmenger. „Die Kirchensteuerzuschüsse für die Pfarreien werden nach den Mitgliederzahlen berechnet.“ Zurzeit liegen noch die ursprünglichen Mitgliederzahlen für die Zuschüsse zu Grunde. „Im übernächsten Jahr werden wir weniger Geld bekommen.“

Gemeinsame Wallfahrt

Dabei sind es, laut Eisenmenger, nicht einmal die Kirchenaustritte, die so zu Buche schlagen. Er sagt: „Die Leute ziehen weg, das Ruhrgebiet dünnt generell aus. Und dann sterben auch mehr Menschen als geboren werden.“ Eisenmenger sagt auch: „Es gibt nur noch wenige Bereiche, in denen wir sparen können.“

Neuerliche Herausforderungen stehen also an. Nach der Neustrukturierung jedenfalls, die Eisenmenger als „richtig“ und als „notwendigen Prozess“ bezeichnet, soll bereits einiges passiert und zusammengewachsen sein. „Gut läuft die Zusammenarbeit des Pastoralteams“, sagt Eisenmenger. Alle zwei Wochen treffen sich zwölf Personen, Geistliche, Diakone und Gemeindereferenten aus St. Johannes Evangelist, St. Katharina, St. Marien und Zu Unserer Lieben Frau zum Austausch von Erfahrungen und Anregungen.

Spielt sich das Gemeindeleben auch noch in den Gemeinden ab, gibt es doch Ereignisse, bei denen der Pfarrer merkt: „Es tut sich was.“ So haben die Mitglieder der Katholischen Frauengemeinschaften aus allen vier Gemeinden eine gemeinsame Wallfahrt gemacht. Viele Engagierte besuchen Gottesdienste oder Veranstaltungen auch in anderen als der eigenen Gemeinde. „Das alles gehört aber zu einem Prozess, den man nicht erzwingen kann“, sagt Eisenmenger. Er ermutige die Menschen jedoch über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen.

Zum fünften Geburtstag der Pfarrei äußerten sich im Pfarrbrief auch Mitglieder aus den Gemeinden zu den Folgen der Umstrukturierung. Hier einige Stimmen:

1. „Besonders betroffen hat mich die Umnutzung der Kirche ‘Heilige Familie’ im Jahr 2007. Aber der Schmerz ist vorbei. Jetzt fühle ich mich ganz wohl und mit der Katharinengemeinde sehr verbunden.“

2. „Dass die Firmung nicht mehr in unserer Kirche stattfindet, das vermisse ich schon. Eigentlich habe ich sonst keine Auswirkungen gespürt, weder positive noch negative.“

3. „Für mich ist nichts sichtbar Neues passiert. Jede Gemeinde kocht ihr eigenes Süppchen. Es gibt nicht viele Gemeinsames, das interessant wäre. Vielleicht könnte in Zukunft mal ein Pfarrfest organisiert werden, bei dem sich die einzelnen Gemeinden mit ihren Gruppen und Aktivitäten vorstellen.“

4. „Mit dem Zusammenlegen der Gemeinden sind wir Gläubigen und Kirchgänger noch näher zusammengerückt.

Andrea Micke



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