„Es kommen Flüchtlinge, keine Terroristen“

Die Informationsveranstaltung für Anwohner der Tackenbergschule in der Apostelkirche stieß auf breites Interesse.
Die Informationsveranstaltung für Anwohner der Tackenbergschule in der Apostelkirche stieß auf breites Interesse.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Über 200 Bürger kamen zur Infoveranstaltung über den Notstandort Tackenbergschule in Oberhausen.Die Stadtverwaltungsspitze beantwortete Fragen.

Oberhausen.. Die drei Polizisten, die am Donnerstagabend an der Evangelischen Apostelkirche vorsorglich postiert waren, hatten einen ruhigen Abend: Sachlich und störungsfrei verlief die Infoveranstaltung zur Umwandlung der Tackenbergschule in einen Notstandort für 100 Flüchtlinge. Etwa 200 Interessierte waren in das Gotteshaus gekommen. Tenor vieler Äußerrungen: Der Tackenberg ist multikulti, der Tackenberger ist alles andere als ausländerfeindlich.

„Der Tackenberg ist bunt“ – dieser Satz wurde mehrfach von Bürgern geäußert und er erhielt Beifall. Zustimmung gab es aber auch für Kritik an der Informationspolitik der Stadtverwaltung und für Fragen, die von Befürchtungen und Unsicherheit, was denn da auf die Tackenberger zukomme, geprägt waren. Beigeordnete Elke Münich, Sozialamtsleiter Frank Bohnes und Dezernent Jürgen Schmidt standen bereit, um Auskunft zu geben und Ängste zu nehmen.

24-Stunden-Bereitschaft vor Ort

Sie wiesen darauf hin, dass es am Notstandort eine 24-Stunden-Bereitschaft geben wird – als Ansprechpartner für Flüchtlinge und für Anwohner. Dass man gemeinsam mit Ehrenamtlern und Sozialverbänden Betreuungsangebote für die Neuankömmlinge anbieten möchte. Dass diese, je nach Herkunftsland, auf mögliche Krankheiten ärztlich untersucht sind. Dass es eine internationale Vorbereitungsklasse an der Siedlerschule geben wird. Dass eventuell ein Runder Tisch eingerichtet wird.

Klar sei aber auch: Dass der Notstandort nach sechs Monaten wieder aufgelöst wird, kann niemand versprechen. Dass es zu Reibereien und Konflikten kommen kann, ist nicht auszuschließen. Die Stadt hat auch nicht genügend Finanzmittel und Kapazitäten, um einen oder zwei Sozialarbeiter täglich am Notstandort einsetzen zu können. Dasselbe gilt für Dolmetscher. „Wir wären schon froh, wenn es uns gelänge, eine Sozialarbeiterstelle für 150 Flüchtlinge zu bekommen“, erklärte Sozialdezernentin Elke Münich.

Ehrenamtliches Engagement

Wie sich das Neben- oder vielleicht sogar Miteinander von Alt- und Neubürgern entwickelt, wie gut eine zügige Integration der Flüchtlinge gelingt, das wird zu einem großen Teil auch vom ehrenamtlichen Engagement abhängen. Bürger, die sich beispielsweise im Flüchtlingsheim Gabelstraße engagieren, berichteten von Kleider-, Spielzeug- und Hausgerätesammlungen, von Hilfen im Umgang mit Behörden, von anderen Angeboten, die man den Flüchtlingen mache. Die Bereitschaft der Tackenberger, sich ebenfalls zu engagieren, scheint vorhanden. „Wie können wir helfen“, wollte eine Anwohnerin wissen.

Eine andere Bürgerin machte deutlich: „Zu uns kommen Flüchtlinge und keine Terroristen. Wir sollten gemeinsam was tun.“

Der Tackenberg ist bunt.