Es geht anders

Trillerpfeife, rote Verdi-Weste, Transparent in der Hand – die Erzieherinnen und Erzieher haben bereits in der zweiten Woche in Folge ihre Arbeitskluft ab- und die Streikkluft angelegt. In Oberhausen scheinen die Eltern-Netzwerke bisher zu funktionieren, man hilft sich gegenseitig bei der Betreuung aus. Hat Urlaub genommen oder fitte Großeltern. Die Stadtverwaltung meldet jedenfalls noch freie Plätze in den drei Notgruppen. Was angesichts des Verfahrens auch nicht verwunderlich ist: Erst durch einen morgendlichen Anruf in der Kita kann ich erfahren, ob ich mein Kind an diesem Tag dort unterbringen kann. Welche Mutter, welcher Vater verlässt sich schon darauf? In anderen Kommunen müssen sich die Eltern um die Notplätze bewerben, die nach bestimmten Kriterien verteilt werden. Das ist gerechter und bietet mehr Planungssicherheit für die Eltern. Jetzt könnte man sagen, dass Streik nun einmal Streik ist und beim Ausstand nicht darauf geachtet werden könne, es Eltern besonders leicht zu machen. Aber ein bisschen leichter schon, hier wäre die Stadtverwaltung in der Verantwortung, nicht die Erzieherinnen. In meinem Bekanntenkreis hat eine Mutter geseufzt: „Also, bis Pfingsten habe ich die Betreuung organisiert bekommen, aber was danach ist, weiß ich noch nicht....?!“ Mal sehen, wie lange die Eltern noch still halten, wann die Solidarität bröckelt.

Und sonst? Wir haben von einem besonderen Fassaden-Lifting erfahren: Die Flaßhofstraße, Oberhausens Rote Meile, soll schöner werden. Wie es den Frauen hinter den Fassaden (er)geht, ist wohl das drängendere Problem.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE