„Es fehlen eigentlich nur Etagenbetten“

Manuel Dröhne (Bildmitte) hat am Dienstag bei der Tafel bei der Lebensmittelausgabe geholfen. Bei der Politiker-WG geht es auch ums Anpacken.
Manuel Dröhne (Bildmitte) hat am Dienstag bei der Tafel bei der Lebensmittelausgabe geholfen. Bei der Politiker-WG geht es auch ums Anpacken.
Foto: WDR
Der Oberhausener Ratsherr Manuel Dröhne (SPD) ist in die Politiker-WG des WDR eingezogen. Er soll mit sechs Mitstreitern Probleme der Bürger angehen.

Oberhausen.. Sie sollen vor Ort aktiv sein, ein offenes Ohr für Probleme haben und Lösungen finden: Mit diesem Ansinnen hat der WDR sieben Politiker aus verschiedenen Parteien, Städten und Altersgruppen zusammengebracht. Sieben Tage lang leben sie in einer Wohngemeinschaft in Duisburg-Marxloh, sollen dort gemeinsam, über Parteigrenzen hinaus, anpacken – darunter auch der Oberhausener Stadtverordnete Manuel Dröhne (28, SPD).

Was hat Sie daran gereizt, bei diesem Projekt mitzumachen?

Manuel Dröhne: „Wir hatten vorher keine Information darüber, in welche Region es uns verschlägt. Die einzige Ansage war, dass es sich um eine Großstadt handelt. Auch mit wem wir überhaupt zusammenkommen, darüber wurden wir im Dunkeln gelassen. Dieses Konzept hat mich interessiert. Auch vor Ort von den Problemen der Menschen zu erfahren, das finde ich spannend.“

Über Parteigrenzen hinaus zusammenzuarbeiten – das funktioniert im politischen Tagesgeschäft schon nicht immer. Wie läuft es in der WG?

Dröhne: „Wir haben uns am ersten Abend darauf verständigt, uns zu duzen. Ich glaube schon, dass wir an einem Strang ziehen, obwohl wir aus unterschiedlichen Richtungen kommen. Jeder bringt seine Ideen und Erfahrungen ein.“

Wie lebt es sich in der WG?

Dröhne: „Die Wohnung hier hat den Charakter einer Jugendherberge. Es fehlen eigentlich nur die Etagenbetten. Ansonsten hat hier jeder sein eigenes Zimmer. Von daher wird es für die eine Woche reichen. Nur die Internetverbindung und das Handynetz lassen hier etwas zu wünschen übrig. In der Wohnung selbst werden wir von den Kameras nicht begleitet. Aber sobald wir einen Fuß vor die Tür setzen, ist das Kamerateam dabei. Unser Tag dauert hier von acht bis 23 Uhr.“

Und die Menschen vor Ort?

Dröhne: „Man merkt eine Zurückhaltung und eine gewisse Abneigung gegenüber den Medien. Da wir immer von einem Kamerateam begleitet werden, ist es nicht so leicht. Natürlich bekommt man mit, dass es hier viele Baustellen gibt, die man anpacken muss. Ein Bezirksvertreter zeigte uns aber auch Projekte, die funktionieren und erhaltenswert sind.“

Stichwort anpacken: Was können Sie vor Ort bewirken?

Dröhne: „Als Oberthema wurde uns auf den Weg gegeben, dass in Duisburg viele Menschen keine Krankenversicherung besitzen. Natürlich ist das sehr komplex, viel hängt von der Bundes- und Landespolitik ab. Aber wir versuchen mit den Beteiligten vor Ort ins Gespräch zu kommen, recherchieren, bringen Ideen ein. Zudem gibt es Tagesaufgaben. Am Dienstag habe ich bei der Tafel bei der Essensausgabe mitgeholfen.“

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