Erste Gehversuche in Oberhausen

Das Funkgerät kann er schon längst bedienen: Kommissaranwärter Christian Langer in einem Streifenwagen mit Mathias Butzki  und Peter Schulz (von links). Langer ist kurz vor dem Ende seiner Ausbildung.
Das Funkgerät kann er schon längst bedienen: Kommissaranwärter Christian Langer in einem Streifenwagen mit Mathias Butzki und Peter Schulz (von links). Langer ist kurz vor dem Ende seiner Ausbildung.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Zwischen 13 und 15 Kommissaranwärter werden in der hiesigen Polizeibehörde pro Jahr ausgebildet. Nicht wenige kehren später hierher zurück.

Oberhausen.. Wenn Ute Craemer noch mal ihre Polizeiausbildung machen würde, dann in einer großen Behörde – wie in Köln, dort, wo was los ist, wo es Spezialeinheiten gibt. Christian Langer hingegen hat sich für eine kleine Behörde entschieden. Für Oberhausen. Und das, so sagt er heute kurz vor dem Ende seiner Ausbildung für den gehobenen Polizeidienst,war die richtige Entscheidung. Schließlich gibt es hier alles, was das Herz eines angehenden Polizisten begehrt: Drogendelikte, Fußballspiele, Rockkonzerte, mit dem Centro ein großes Einkaufszentrum, mehr oder weniger eine Rockerszene. Langweilig wird’s so schnell nicht. Doch warum wird man eigentlich Polizist? Und wie landet ein junger Mann in der Oberhausener Wache?

Christian Langer kommt eigentlich aus Bottrop. Er hätte sich auch dort ausbilden lassen können, allerdings arbeitet dort schon seine Lebensgefährtin. Privates und Berufliches, das wollte er nicht vermischen. Und so suchte er sich eine Behörde in der Nähe aus, seine Wahl fiel auf Oberhausen, weil er als Fußballfan bereits öfter hier in der Gegend ist. Er ist im dritten Jahr, im September wird er seine Ausbildung beenden. In Oberhausen bleiben möchte er hingegen nicht. „Ich würde gern zur Hundertschaft“, sagt er. Und über die verfügt die Behörde hier eben nicht. Aber er schiebt gleich ein Lob hinterher: „Ich habe hier viel erlebt, ich vermisse nichts.“ Verkehrsdelikte, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Brände – all das hat Christian Langer hier in drei Jahren miterlebt.

"Es bringt uns persönliche weiter"

Zwischen 13 und 15 Kommissaranwärter versorgt die Oberhausener Polizeibehörde pro Ausbildungsjahrgang in der Regel. Gut möglich, dass die Zahl in Zukunft steigen wird. Jüngst sind laut NRW-Innenministerium „so viele Kommissaranwärter wie noch nie“ vereidigt worden. Nicht jede Behörde in NRW ist ein Ausbildungsstandort, Oberhausen schon. 69 Tutoren stehen für die Schulung der Nachwuchskräfte bereit. Die Ausbildung ist dreigeteilt: Sie setzt sich aus einem Bachelor-Studium, wiederkehrenden Praktika in der ausgewählten Behörde und Trainings am LAFP (Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten) zusammen. An der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung lernen sie die Theorie, am LAFP Schießen oder Streifenwagenfahren und in der Behörde wird das Erlernte schließlich erprobt.

Die Oberhausener Polizei schätzt es, dass sie Ausbildungsstandort ist. Zwar sei es eine Herausforderung, wie Ausbildungsleiter Peter Schulz sagt. Aber es zwinge dazu, immer auf dem neuesten Stand der Studenten zu sein. „Es bringt uns persönlich weiter“, sagt er. Und besonders freut es die Ausbilder, wenn die jungen Männer und Frauen, die ihre Praktika in Oberhausen absolviert haben, nach ihrer abgeschlossenen Berufsausbildung hierher zurückkehren. „Nestwärme“ nennt Schulz das. Das wiederum ist der Vorteil einer kleinen Dienstbehörde: kurze Wege, keine langen Abstimmungs- und Kommunikationsprozesse, eine kollegiale Atmosphäre. Nicht wenige kehren deshalb zurück.