Erotikfilm macht Linie 105 zum Stadtgespräch in Oberhausen

Die Stoag wirbt mit einem Sex-Video für die Straßenbahnlinie 105
Die Stoag wirbt mit einem Sex-Video für die Straßenbahnlinie 105
Foto: Sophia Schauerte/ Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Geschmacklos oder originell? Hitzige Diskussion über Sex-Werbevideo der Stoag im Netz. Das Verkehrsunternehmen freut sich über die Aufmerksamkeit.

Oberhausen.. Es mag nur 46 Sekunden lang sein, doch kaum ein Video wird derzeit in Oberhausen so intensiv in der Stadt und im Netz diskutiert wie dieses: Das Nahverkehrsunternehmen Stoag wirbt mit einem erotischen Filmchen für den Ausbau der Straßenbahnlinie 105 zwischen Essen-Frintrop und Oberhausen-Centro. Beim Ratsbürgerentscheid am 8. März stimmen darüber 160 000 Oberhausen ab – derzeit diskutieren sie aber vor allem über eben jenen Videoclip.

Unverblümt wird ein junges Pärchen beim heißen Liebesspiel gezeigt, bis ein kurios-altmodisch anmutender Schaffner das Licht anschaltet. Endstation? „Die 105 ist die Straßenbahnlinie für reibungslosen Verkehr zwischen Essen und Oberhausen“, erfährt der durchaus überraschte Zuschauer und erhält einen Internetlink zu einer Stoag-Seite.

Von „geschmacklos“ bis „originell“

Kommentare im Netz erstrecken sich von „geschmacklos“ bis zu „originell“. Damit hat die Stoag ihr Ziel zumindest erreicht: Der Film ist „Talk of the Talk“, wie eine Sprecherin es ausdrückt. Stadtgespräch.

Der Clip kommt aus dem Hause „Move-Elevator“. Die renommierte Werbeagentur mit Sitz am Centro hat den Film mit Schauspielern in privaten Räumen innerhalb von einem Tag gedreht. Produktionskosten: Eine vierstellige Summe, heißt es vage von der Stoag.

Stoag wollte junge Oberhausener ansprechen

Die unterschiedlichen Reaktionen auf den erotischen Werbefilm waren beim Nahverkehrsunternehmen klar kalkuliert: „Wir bedienen ein Thema, das die Oberhausener im eigenen Leben abholt, bei der schönsten Sache der Welt. Wir überziehen bewusst und versehen das Ganze mit einem Augenzwinkern“, sagt eine Sprecherin. Die Bettgeschichte sei ein Vehikel, um mit ei­nem kuriosen Bruch den Zuschauer zum Lachen zu bringen.

Zielgruppe des Clips sind junge Leute zwischen 16 und 25 Jahren, die witzige, kurzweilige und originelle Filme über soziale Netzwerke schnell verbreiten. Absicht: Die jungen Leute „sollen auf das Thema Linie 105 aufmerksam gemacht werden mit dem Ziel, sich dann inhaltlich mit den Fakten und Argumenten zu beschäftigen und sich eine Meinung zu bilden“. Weitere Videos seien zurzeit nicht geplant.