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Öffentlicher Nahverkehr

Erneute Kürzungen am Oberhausener Busnetz

07.09.2012 | 10:00 Uhr
Die Stoag streicht weiter ihr Angebot zusammen – und will so ab dem nächsten Jahr über eine Million Euro jährlich sparen.Foto: Hayrettin Özcan

Oberhausen.   Erst vor kurzem musste Oberhausen klare Kürzungen im Tages-Busnetz hinnehmen. Doch 2013 soll bei der Stoag noch weiter gespart werden. Am stärksten trifft es den Osten der Stadt.

Gerade erst mussten die Oberhausener spürbare Kürzungen im Tages-Busnetz der Stoag hinnehmen. Was geschieht, wenn dann im eng gestrickten Einsatzplan Fahrzeuge ausfallen, beobachten Eltern derzeit im Schulbusverkehr .

Dennoch wird 2013 politisch weiter an dem Sparstrumpf für die Stoag gestrickt: Wie bereits im Mai angekündigt, streicht die Stadt schon im nächsten Jahr ihren Zuschuss um 3,5 Millionen Euro. Allein 1,2 Millionen wird die Stoag im Verkehrsangebot einsparen.

Die Sparmaßnahmen treffen diesmal ganz besonders die Gebiete am Stadtrand wie etwa Borbeck , Dellwig und in Osterfeld . Denn in diesen Quartieren werden die meisten Linien entweder von einem halbstündigen auf einen Stundentakt erhöht oder gar erheblich bis zum Wegfall gekürzt (Details unten).

Umfassende Streich-Liste

Der Sparkurs ist nicht ohne Risiko für das Unternehmen und den Nahverkehr in der Stadt: Allein durch die neuen Maßnahmen rechnet die Stoag intern bereits mit Einnahmeverlusten von mindestens 200.000 Euro. Im Mai befürchtete Vorstand Werner Overkamp gegenüber der WAZ, dass die Verluste angesichts eines weniger attraktiven Angebots sogar doppelt so hoch ausfallen könnten.

Leser zu Gast bei der Stoag

Es gibt nun kaum mehr etwas, was unangetastet bleibt: Auch im Nachtnetz sind jetzt vier Busse, drei Haltestellen und eine ganze Linie auf der Streich-Liste. Dabei hatten SPD und Grüne im vergangenen Jahr noch verlangt, den Nachtverkehr zu erhalten. Die Stoag kam dem politischen Wunsch nach.

Nach den neuesten Sparplänen soll das Tagesnetz nochmals ausgedünnt werden: Bis acht Uhr am Samstag- und Sonntagmorgen fahren künftig nur Nachtbusse.

Klunk: Netz immer noch attraktiv

Nicht nur in diesem Punkt gab es politischen Gegenwind von CDU und Linken in der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen. Die CDU-Bezirksfraktionsvorsitzende Gundula Hausmann mahnte an, dass am Samstagmorgen noch Schüler und Berufstätige unterwegs seien.

Zudem kritisierte sie den Stundentakt in „Gebieten, in denen außer diesen Bussen kein anderer fährt“. Massiv greift auch die Linke die Einsparungen an: „Das Verkehrsnetz ist bereits unzureichend. Gerade zu Stoßzeiten versagt unser Netz“, meint Ratsherr Rainer Schucker.

Peter Klunk musste den Sparplan als Stoag-Vorstand vor der Bezirksvertretung verantworten: „Wir waren bemüht, das Hauptverkehrsnetz beizubehalten.“ Daher habe man in Randbereichen gekürzt und sich mit dem Fahrgastverband Pro Bahn beraten. Zwar hält Klunk den Nahverkehr in Oberhausen immer noch für „sehr attraktiv“, letztlich konnte er der heftigen Kritik aber nur entgegensetzen: „Irgendwo mussten wir gucken, wo wir den Sparauftrag erfüllen.“

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Kommentare
15.09.2012
18:33
Erneute Kürzungen am Oberhausener Busnetz
von strolch1986 | #17

Am besten man fängt erst um 7 Uhr morgens an, damit die Kinder zur Schule kommt. um 9 uhr wird der Linienverkehr bis 13 uhr eingestellt. Ab 13 wird im Stundentakt bis um 20 uhr gefahren und ab 20 uhr fährt kein bus mehr. Das wär doch was.

11.09.2012
06:26
Erneute Kürzungen am Oberhausener Busnetz
von walker25 | #16

Bei der letzten Kürzung wurde schon gesagt, das dies das Ende der Fahnenstange wäre, weitere Kürzungen wären nicht mehr drin. Und nun dieses. Die größte Frechehit ist jedoch, noch von einem attraktiven Angebot zu sprechen und im nächsten Jahr noch mehr Geld für weniger Amngebot zu verlangen. Mein Abo fürs Ticket 2000 werde ich mit Sicherheit kündigen.

10.09.2012
08:42
Erneute Kürzungen am Oberhausener Busnetz
von SarahOB | #15

Vielleicht muss ja auch gespart werden, um die neue Linie nach Essen zu finanzieren.....

10.09.2012
08:27
Erneute Kürzungen am Oberhausener Busnetz
von Schustersrappen | #14

Irgendwie bekommt man den EIndruck, dass nach dem Fortgang von Herrn Drescher alles wieder einschläft und nichts mehr in dieser Stadt geschieht. Ich bin kein Drescherfreund. Aber damals wurde etwas geschaffen. Auch ein gutes Nahverkehrsangebot, das in Deutschland schon fast vorbildlich war. Seit dem schläft man den Schlaf der Gerechten und wenn man nicht mehr weiter weiss, kürzt man halt das Angebot. Damit kürzt man aber an der falschen Stelle. Die Kunden, die können, weichen auf das Auto aus.

Der Zusammenschluss mit der VIA könnte nicht funktionieren, da sich die STOAG -Sonnengötter nicht mit anderen Geschäftsführern oder Vorständen an einen Tisch setzen möchten. Das ist mit der MEOLINE schon schiefgegangen.

08.09.2012
16:46
Die jede zweite Bahn der 112 endet dann am Landwehr
von drmccoy | #13

Auch ne große Frechheit, das jede zweite Bahn der Linie 112 dann an der Stadtgrenze Oberhausen endet. Anstelle das man das Tramnetz ausbaut wird hier nun auch schon gekürzt.

08.09.2012
13:04
Preisstufe A2 spätestens dann ungerechtfertigt
von Seraquael | #12

Eigentlich schon nach der aktuellen Kürzungsrunde, spätestens aber nach der Umsetzung dieses Horrorszenarios ist es ein Hohn das Oberhausener Monatskartenbesitzer wegen eines angeblich überdurchschnittlich guten ÖPNV-Angebotes die teurere Preisstufe A2 bezahlen müssen.

Seit der Einführung der Preisstufen A1 und A2 für Monatskarten ist das Oberhausener Nahverkehrsnetz nur noch ein Schatten seiner selbst und der Zuschlag durch nichts mehr gerechtfertigt. Die Trasse nutzt durch ihre überlappenden Linien nur noch auswertigen CentrO.-Besuchern die ehe mit Einzelkarten fahren und in allen anderen Bereichen der Stadt werden Takt- und Wartezeiten immer länger und länger.

Dies wäre der einzige ehrliche Schritt des VRR und der StOAG auf die Kürzungen zu reagieren und würde wenigstens für Monatskartenbesitzer die nächste Preiserhöhung kompensieren.

Eigentlich sollte da sogar auf dem Klageweg was möglich sein, da man einen Zwangszuschlag für eine Leistung bezahlt die es gar nicht mehr gibt.

08.09.2012
12:56
Erneute Kürzungen am Oberhausener Busnetz
von Gaso2901 | #11

Warum nicht gleich alles einstellen, völlig auflösen und es dann wie die GEZ machen und trotzdem Gebühren, Beiträge, Zahlungen kassieren.
Da ja für immer weniger Leistungen wir immer und mehr bezahlen sollen, müssen und uns dieser ****** dann immer noch als "gut", verkauft wird.
Macht diese Stadt noch weiter unaktrativer für die die hier leben und bald könnt ihr OB ganz beerdigen.

08.09.2012
09:57
Erneute Kürzungen am Oberhausener Busnetz
von dodo971 | #10

Noch mehr Streichen? Warum denn überhaupt noch öffentliche Verkehrsmitteln wenn sie nicht nutzen sondern nur noch Zeitfresser sind? Erst wieder erlebt: Konnte mit meinem Kinderwagen am Hbf nicht in die Linie 90 einsteigen, weil bereits 3 Kinderwagen und 2 Rollatoren mitfuhren (eigentlich auch schon zu viel). Würden die Linien öfters fahren, dann gäbe es dieses Gedränge nicht. Was nützt mir ein Bus, wenn ich nicht mitfahren kann? Die Politik will verhindern, dass mehr gestrichen wird, streicht aber gleichzeitig die Zuschüsse. Das ist doch paradox. Und wo genau wird Linie 129 gestrichen? Insgesamt oder nur auf Oberhausener Gebiet? Es ist ein Trauerspiel: Man wohnt direkt Grenze Mülheim, ist aber nicht in der Lage mit den Öffentlichen auf kürzesten Weg nach MH zu kommen, sondern muss einen Riesenumweg über den Hbf in Kauf nehmen. Stoag abschaffen, dann braucht man sich nicht mehr zu ärgern! Und jedes Jahr wird das Abo teuerer und das Angebot immer magerer.

08.09.2012
08:44
Oberhausen und der Klima-Manager
von leseraa | #9

Daran erkennt man, dass das Thema Klima in der Politik nur eine Marionette ist, um den Bürger zu reglementieren und um ihn um sein Geld zu erleichtern....und natürlich weider ein Pöstchen für verdiente Genossen zu schaffen.

Wenn es wirklich um das Klima ginge, wie könnte man da im öffentlichen Nahverkehr kürzen um so wieder den motorisierten Individualverkehr anzukurbeln?

Hier wird sich immer alles genauso zurecht gelegt, wie man es gerade braucht.
Politiker dieser Stadt - euch glaubt niemand mehr.

07.09.2012
22:40
StOAG ein Schippschen schlagen.
von CelticTiger | #8

Man kann die StOAG auch umgehen, in dem man mit den Fahrrad oder Auto zum nächsten Bahnhof fährt. Jedenfalls steigenauf den Oberhausener Bahnhöfen morgens auf der RE5/RB32/35 immer mehr Pendler mit dem Rad zu.
Das geht sogar recht gut, da in der Stoßzeit das Angebot auf der Strecke Wesel-Düsseldorf recht ordentlich, wenn man es auf die langen Züge mit den alten Wagons absieht. Dort findet man mitsamt Fahrrad fast immer einen Platz.

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