Endspurt auf den Erdbeerfeldern

Anna Schwarz pflückt mit ihrer Kollegin und zwei Kindern aus dem Kindergarten Regenbogenland Erdbeeren.
Anna Schwarz pflückt mit ihrer Kollegin und zwei Kindern aus dem Kindergarten Regenbogenland Erdbeeren.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Selbstpflücksaison geht ihrem Ende entgegen – mit positiver Bilanz. Aktuell füllen sich am Lepkeshof die Regale des Hofladens mit Süßkirschen.

Oberhausen.. Temperaturen um die 30 Grad schon am späten Vormittag – da hält sich die Zahl derer, die sich auf dem riesigen Erdbeerfeld tummeln, in überschaubaren Grenzen: „Die meisten kommen jetzt schon früh morgens, gleich, wenn wir aufmachen“, erzählt Obstbauer Johannes Scheidt, für den sich das Thema Erdbeeren für dieses Jahr eh’ dem Ende entgegen neigt: „Etwa zehn Tage noch, dann ist die Selbstpflück-saison für Erdbeeren wohl beendet.“ Insgesamt ist er zufrieden mit der Ernte: „Bei dem starken Regen um den 21. Juni ist einiges kaputtgegangen – aber im Großen und Ganzen ist die Saison gut gelaufen.“ Jetzt wollen Süßkirschen und Himbeeren geerntet werden.

Bewusste Ernährung liegt im Trend

„Die Probleme, die große Erdbeerbauern haben, weil gerade zu viel auf einmal reift und gleichzeitig wegen der Urlaubszeit der Absatz ins Stocken gerät, haben wir glücklicherweise nicht“, erklärt er: „Wir bauen nicht so viel an, dass wir an den Handel liefern müssen – nur soviel, wie wir über unseren Hofladen und die Selbstpflückaktionen vermarkten können.“ Ein Teil geht noch an die Hofläden befreundeter Bauern im Umkreis, aber das war’s.

Rund zwei Hektar groß sind die Erdbeerfelder der Familie Scheidt im Städtedreieck Oberhausen/Mülheim/Essen. Noch vor Jahren waren es etwas mehr, 2,5 Hektar: „Aber beim Selbstpflücken gehen die Zahlen stetig leicht nach unten.“ Die Generation, die noch viel selbst gepflückt und verarbeitet hat, kommt in die Jahre, so scheint’s: „Rentner, die einkochen, werden weniger“, beobachtet Johannes Scheidt. Stattdessen kommen häufiger Familien, die ihren Kindern Naturerlebnisse im Freien vermitteln wollen. Mengenmäßig hat man den Anbau deswegen zugunsten anderer Obstsorten ein bisschen zurückgeschraubt – aber gleichzeitig die Angebotspalette auf die Bedürfnisse der Familien abgestimmt: „Zu uns kommen viele, die sich und ihre Kinder bewusst ernähren wollen. Reine Erdbeersäfte, aus purer Frucht und ohne Zuckerzusätze, kommen da gut an.

Zehn verschiedene Sorten Kirschen

Auch die Süßkirschen, die jetzt Hochsaison haben, sind gefragt. Von Erntehelfern gepflückt, kommen sie jeden Tag frisch auf die Theke des kleinen Verkaufsstandes am Straßenrand und in den Hofladen: „Das ist einfach was Besonderes, wenn man dem Obst beim Wachsen zusehen kann, es sofort in den Verkauf geht und nicht erst Tage durch die Gegend gefahren und umgepackt wird.“ Auf einem Hektar Fläche sind zehn verschiedene Sorten Kirschen angebaut: „Damit nicht alle gleichzeitig reif sind. So erreichen wir eine Erntezeit von rund fünf Wochen“, erklärt der junge Obstbauer. Noch etwa drei Wochen werde mit guten Ernteerträgen zu rechnen sein. Die erstmals angebrachten Schutznetze gegen Hagelschlag sorgen dafür, dass die empfindlichen Früchte im Fall der Fälle nicht aufplatzen – und lassen den Obstbauern deutlich besser schlafen, wenn mal Unwetter angekündigt sind.