Eltern können sich in Oberhausen ausbilden lassen

Sven Kerpen und Barbara Nardmann-Stahl leiten als für das Programm ausgebildete Mentoren den SAFE-Kurs, der zehn Treffen umfasst.
Sven Kerpen und Barbara Nardmann-Stahl leiten als für das Programm ausgebildete Mentoren den SAFE-Kurs, der zehn Treffen umfasst.
Foto: Tom Thöne
Was wir bereits wissen
Rotarier und St.-Clemens-Hospital bieten kostenlosen SAFE-Kurs für Familien an. Teilnehmen können Schwangere ab der 20. Schwangerschaftswoche.

Oberhausen.. Wenn sich ein Baby, das erste Kind, ankündigt, dann ist bei den meisten werdenden Müttern und Vätern die Freude groß – aber auch die Unsicherheit. Da ist dieses Gefühl, es bei der Erziehung des eigenen Nachwuchses besser oder anders machen zu wollen als man es selbst erlebt hat. Aber wie? Da sind die vielen guten Ratschläge, die unübersichtliche Ratgeber-Literatur und die zahlreichen Förderangebote schon für die Kleinsten. Ausdrücklich den Druck aus dem Kessel nehmen will ein Schulungsangebot, das sich SAFE-Kurs nennt, „Sichere Ausbildung für Eltern“.

Lernen sich auf die Intuition zu verlassen

„Bei uns sollen die Eltern lernen, sich auf ihre Intuition zu verlassen, auf ihre eigenen Kompetenzen“, sagt Barbara Nardmann-Stahl, Diplom-Sozialarbeiterin und SAFE-Mentorin. Genauso wie ihr Kollege Sven Kerpen, Diplom-Pädagoge, hat sie eine Fortbildung für das SAFE-Programm gemacht. Das basiert auf den Forschungen und Konzepten von Dr. Karl Heinz Brisch. Der Münchner Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie stellt die Bindung in den Mittelpunkt, die die Grundlage für die seelische Gesundheit eines Menschen sei.

Damit diese Bindung zwischen Baby und Eltern entsteht, lernen letztere in den SAFE-Kursen „feinfühlig zu handeln, die Signale des Babys zu deuten und darauf einzugehen“, erklärt Sven Kerpen. Der Säugling merke: Da ist jemand, der mich versteht und der auf meine Bedürfnisse eingeht, dadurch wachse das Vertrauen und die Bindung. „Verwöhnen, das gibt es im ersten Lebensabschnitt nicht“, betonen Kerpen und Nardmann-Stahl, „ein schreiendes Baby hochzunehmen bedeutet nicht, es zu verwöhnen.“ Nardmann-Stahl, deren Fachgebiet auch so genannte Schreibabys und Schlafstörungen bei Kindern sind, ergänzt: „Im SAFE-Kurs lernen die Eltern das Schreien des Babys einzuschätzen und in Ruhe zu reagieren und nicht hysterisch.

Start ist Mitte August

Die Kurse des Programms richten sich ausdrücklich an Mutter und Vater (es können aber auch alleinstehende Mütter teilnehmen). Gedacht ist, dass Frauen um die 20. Schwangerschaftswoche in den Kurs einsteigen, die insgesamt zehn Treffen laufen dann über anderthalb Jahre, sechs Treffen sollen nach der Geburt stattfinden: mit der ganzen Familie. „Das haben die Teilnehmer, die wir bisher begleitet haben, sehr genossen, weil sie dann mal einen ganzen Tag als Familie für sich hatten“, erzählen die Mentoren. Bei den Treffen wird unter anderem mit Videomaterial von Karl Heinz Brisch gearbeitet.

Mitte August startet ein neuer Kurs, an dem bis zu zehn Familien teilnehmen können – ohne zu bezahlen. Denn die Kosten für die zehn Treffen, die im Kinderfrühförderzentrum im Sterkrader St.-Clemens-Hospital stattfinden, werden über das „BIS“-Projekt (Bindung schützt) des Rotary Club Oberhausen Antony-Hütte finanziert. Der hat das anlässlich seines 50-jährigen Bestehens ins Leben gerufen.

Weitere Informationen gibt’s für Interessierte unter safe-ob@gmx.de oder unter der Telefonnummer 0178 727 64 54. Unter diesen Kontaktdaten können sich Eltern auch für den Kurs anmelden, der am 16. August starten soll.

Mehr Infos zum SAFE-Konzept auch im Internet auf
safe-programm.de