Eltern in Not: Vergabe der Kita-Plätze verzögert sich

Die Vergabe der Kita-Plätze zieht sich in Oberhausen meist bis in den Sommer. Eltern, die bis Ende Mai noch keine Zusage erhalten haben, konnten in den Vorjahren aber immerhin den Kinderpädagogischen Dienst um Hilfe bitten. Doch in diesem Jahr macht der unbefristete Streik in den Sozial- und Erziehungsberufen allen besorgten Eltern einen Strich durch die Rechnung.

Wer jetzt die 825-9033 wählt, erfährt nichts, außer dass sich die städtischen Mitarbeiter am Streik beteiligen. „Das ist eine Katastrophe“, sagt eine 40-jährige Mutter. Seit Anfang des Jahres ist sie für ihren dreijährigen Sohn auf der Suche nach einem Kindergartenplatz. „Ich habe ihn in zwölf Kindertageseinrichtungen angemeldet.“ Die meisten aber hätten bereits abgesagt. „Seit die Gruppen für unter Dreijährige so massiv ausgebaut wurden, sind die Plätze für ältere Kinder rar“, musste die Oberhausenerin erkennen. Da kann sie auch der Rechtsanspruch auf einen Platz für ihren Dreijährigen nicht wirklich beruhigen. „Denn den müssten wir im schlimmsten Fall gerichtlich durchsetzen und so etwas kann bekanntlich dauern.“

Bei einem Telefonmarathon durch die städtischen Ämter erfuhr sie: „Es geht vielen Eltern wie mir.“ Helfen konnten ihr die städtischen Mitarbeiter aus anderen Abteilungen aber nicht. „Das ist für Mütter, die im Sommer in ihren Beruf zurückkehren möchten, eine unzumutbare Situation“, meint die Oberhausenerin. Sie wünscht sich von der Stadt: „Es müsste für alle ratlosen Eltern in der gleichen Lage zumindest einen Ansprechpartner geben.“

Auf Nachfrage der WAZ bestätigt Stadtsprecher Martin Berger: „Ja, die Mitarbeiter des Kinderpädagogischen Dienstes befinden sich im Streik.“ Nein, ihre Aufgaben würden nicht von anderen städtischen Mitarbeitern übernommen. Damit bleibt allen betroffenen Eltern wohl nur die Hoffnung auf ein baldiges Streikende.