Einsturzgefährdetes Haus gesperrt

Die Wohnungen dürfen nicht betreten, die Auslagen der Kornbäcker-Filiale nicht mit frischen Brötchen befüllt und an der Theke der Kneipe „Treffpunkt“ vorerst keine Gäste begrüßt werden: Das einsturzgefährdete Haus an der Thüringer Straße 3a in Buschhausen ist für den Zugang gesperrt worden. Das hat das städtische Bauordnungsamt nach Untersuchungen vor Ort, Prüfung der Bauakten und Rücksprache mit einem Prüfstatiker entschieden. Die Stadt spricht von zehn bis zwölf Oberhausenern, die ihre Wohnungen verlassen mussten. „Die Betroffenen sind bei Verwandten oder Bekannten untergekommen“, sagt Stadtsprecher Uwe Spee.

Das dreigeschossige Mehrfamilienhaus war am Montagabend von Feuerwehr und Polizei kurzfristig geräumt worden, weil Bewohner plötzlich Setzungen im Kellerboden und Risse im Boden und in Wänden festgestellt hatten – zwischen 30 bis 40 Zentimer war der Boden abgesackt. Daraufhin alarmierten sie gegen 19 Uhr die Feuerwehr. Betroffen sind neben den sechs Mietparteien auch eine Kneipe und eine Bäckerei. Auf Veranlassung der Stadt wurden noch in der Nacht die umliegenden Gehsteige des Eckhauses abgesperrt.

Öffentliche Kanäle unbeschädigt

Ebenfalls noch in der Nacht zu Dienstag hatten die Wirtschaftsbetriebe (WBO) die Abwasserkanäle in den anliegenden Straßen, Thüringer und Pestalozzistraße, überprüft. Mögliche Ausspülungen unter dem Haus sollen demnach nicht durch einen Schaden der Kanalisation verursacht worden sein.

Eine Überprüfung der Bauakten des Hauses, das 1953 errichtet worden ist, deute nach Einschätzung des Bauordnungsamtes auf schwierige Bodenverhältnisse schon beim Bau hin. Dies würde durch Gespräche mit einem Zeitzeugen gestützt, der am Bau beteiligt war. Demnach wurde das Haus offenbar in einem ehemaligen Bachbett errichtet. Auf dessen Grund haben sich sogenannte Torflinsen gebildet, ein problematischer Baugrund, der eine besondere Form der Gründung erfordert.

Die genaue Ursache der Senkung wird im Auftrag der Hauseigentümerin durch einen Gutachter und Fachfirmen ermittelt, die dabei auch Vorschläge zur Stabilisierung und möglichen Sanierung entwickeln sollen. Nach wie vor kommt auch eine Ausspülung durch einen Defekt am Kanalanschluss des Hauses in Betracht.

Bis zur endgültigen Klärung dürfen die Bewohner aus Sicherheitsgründen nicht in ihre Wohnungen. Ob sie gegebenenfalls in den nächsten Tagen weitere persönliche Gegenstände aus ihren Wohnungen holen dürfen, kann erst danach entschieden werden.