Einfache Jobs für Helfer bleiben in Oberhausen Mangelware

Uwe Weinand (Geschäftsführer des Jobcenters) und Jürgen Koch (Geschäftsführer der Agentur für Arbeit) im Integration Point.
Uwe Weinand (Geschäftsführer des Jobcenters) und Jürgen Koch (Geschäftsführer der Agentur für Arbeit) im Integration Point.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
  • Jobcenter und Arbeitsagentur ziehen erste Zwischenbilanz für Integration Point
  • Bislang wurden erst 20 Flüchtlinge in eine dauerhafte Beschäftigung vermittelt
  • Hoffnung für das nächste Jahr: 500 Geflüchtete nehmen an Deutschkursen teil

Oberhausen.. Von den bislang rund 680 Flüchtlingen, die in dem von Arbeitsagentur, Jobcenter und Stadt gemeinsam eingerichteten Integration Point betreut werden, haben 20 eine dauerhafte Beschäftigung und eine Handvoll eine schulische oder klassische Ausbildung gefunden. Hinzu kommen gut 120 geflüchtete Menschen, die an besonderen Maßnahmen teilnahmen beziehungsweise teilnehmen.

Für die Geschäftsführer des Jobcenters und der Arbeitsagentur, Uwe Weinand und Jürgen Koch, ist dies ein guter Anfang, wie sie in einem Pressegespräch erklären.

Der Integration Point wurde Anfang Januar im ehemaligen Werksgasthaus an der Essener Straße als zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge mit dem Ziel eingerichtet, deren möglichst zügige und nachhaltige Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu erreichen.

Derzeit sieht es zwar auf dem Oberhausener Arbeitsmarkt nicht schlecht aus – Ende September gab es 1570 offene Stellen, 117 mehr als im August und 476 mehr als im Vorjahresmonat –, doch es bleibt folgendes Problem: Die klassischen Helferjobs, für die keine Ausbildung verlangt wird, sind Mangelware.

Die Geflüchteten besitzen in den allermeisten Fällen keine oder keine ausreichende Ausbildung, um hier auf dem ersten Arbeitsmarkt zügig eine Stelle zu finden. Daher seien auch die verschiedenen Qualifizierungsmaßnahmen nicht nur sinnvoll, sondern erforderlich.

Außerdem müssten die Asylbewerber erst die deutsche Sprache erlernen. Dafür werden sie in mehreren, aufeinander aufbauenden Sprachmodulen geschult. Und das dauere nun mal. „Das ist zwar auch immer von der jeweiligen Person abhängig, wie schnell sie lernt“, sagt Koch, „dauert aber in der Regel so etwa ein Jahr.“ Derzeit nähmen rund 500 Personen an Deutschkursen teil. Koch und Weinand gehen davon aus, dass ein Großteil der Flüchtlinge erst im Laufe des kommenden Jahres sprachlich fit genug ist.

Die deutsche Sprache beherrschen, dann eine Ausbildung machen und anschließend eine feste Stelle finden, das könne einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren in Anspruch nehmen, meinen die beiden Geschäftsführer. Es gehe schließlich um eine langfristige Integration der Menschen.

Die Sorge von Langzeitarbeitslosen, dass ihnen ein Flüchtling einen Job wegnehme, sei unbegründet. Es gebe immer eine Vorrangprüfung, ob nicht ein Deutscher oder ein EU-Bürger eine freie Arbeitsstelle besetzen könne.

Bis Ende des Jahres werden Führungskräfte von Jobcenter und Arbeitsagentur noch rund 30 Unternehmen besuchen. Sie werben dabei für Neueinstellungen werben: von Geflüchteten, von Langzeitarbeitslosen und von Schulabbrechern.

Das leistet der Integration Point

Im Integration Point kümmern sich Arbeitsvermittler von Arbeitsagentur und Jobcenter um die Eingliederung von Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt. Hinzu kommen eine Fachkraft, die sich um die Betriebe kümmert, sowie Leistungssachbearbeiter und ein Berufsberater. Die Ausländerbehörde der Stadt ist durch eine Hotline für die Mitarbeiter von Jobcenter und Arbeitsagentur erreichbar.