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Einfach mal lachen

20.06.2007 | 09:12 Uhr

Bundesweites Treffen aller Lach-Yogis am kommenden Wochenende, 23./24. Juni, in Oberhausen. Erstmals Treffen im Ruhrgebiet. Chef-Lacher: Training hilft beim Stressabbau und setzt Glückshormone frei

Sie stampfen mit den Füßen, klatschen in die Hände, schlagen sich auf die Schenkel und rufen: Ho, ho, ho - ha ,ha, ha. "Beim Lach-Yoga grinsen, kichern, lachen wir, auch auf Kommando", sagt Christof Arnold (49), der für das kommende Wochenende, 23./24. Juni, einen bundesweiten Lach-Yoga-Kongress in Oberhausen organisiert hat.

Aus ganz Deutschland erwartet Arnold, der sich Crio nennt, Lach-Yogis im "In-Hostel-Veritas". Dieser Kongress findet erstmals im Ruhrgebiet statt, fügt er mit erhobenem Zeigefinger und nicht ohne Stolz hinzu.

Diese Geste passt gar nicht zum gelernten Baurevisor Crio, der außerhalb seiner Arbeitszeiten, nur in seinem rot-gelben Ganzkörper-Anzug herum läuft. Er hat die Lacher auf seiner Seite, wenn er durch die Straßen zieht und Flyer verteilt, um auf den Kongress aufmerksam zu machen. "Beim Lach-Yoga fallen die Menschen nur aus der Rolle, wenn sie ernst gucken", sagt der 49-Jährige.

Selbst die Schüchternsten müssten unweigerlich grinsen. Weil die Situation so absurd-komisch sei oder das Lächeln des Gegenübers anstecke. Er sei so ein Lach-Infizierter und -Infizierer. "Ich kann mich einfach so schief, schlapp und scheckig lachen", sagt er. Vor zwei Jahren gründete Arnold den Lach-Yoga-Club in Oberhausen. Denn: Lachen ist gesund. "Es ist das beste Gegenmittel bei Stress", sagt er. "Das Zwerchfell hüpft auf und nieder und massiert den Darm." Zudem setze das Gelächter viele Endorphine frei, also Glückshormone, meint der Chef-Lacher.

"Doch das Lachen muss nicht immer einen Grund haben", sagt Arnold. Er habe das "Lachen ohne Grund" gelernt - und diese Technik sei eben "Lach-Yoga", die auf den indischen Arzt Medan Kataria zurückgehe. Kataria habe nach intensiver Beschäftigung mit der Lachforschung viele Lachclubs gegründet. "Dort erzählten sie sich zuerst viele Witze, doch irgendwann gingen die Witze aus", so Arnold.

Also entwickelte Kataria eine Methode, mit der man bestimmte Energiepunkte aktivieren kann, um einen Lachreflex auszulösen, ähnlich wie bei einer Akupressur. "Wir können den Körper überlisten", sagt der Baurevisor.

Das künstliche Lachen habe den gleichen positiven Aspekt wie das natürliche Lachen. Die Menschen im Westen und auch in Deutschland seien sehr kopflastig, "Wir denken immer wieder über Probleme nach", sagt der 49-Jährige. Das Lachen könne diese negativen Gedanken ausschalten.

Ohne Vorwarnung verzieht sich Arnolds Mimik. Keiner hat einen Witz erzählt. Es gibt eigentlich keinen Grund zum Lachen. Und trotzdem prustet er spontan los. Manche runzeln die Stirn, empfinden das als befremdlich. "Kleine Kinder lachen doch auch ohne Grund", entgegnet Arnold.

Um die Lachlaute zu treffen, dienen ihm Bilder als Lach-Stütze: ein Rasenmäher, der ratternd anspringt, oder eine Lokomotive, die sich rumpelnd in Bewegung setzt. Und wenn das nicht hilft, ruft er laut: "Ho, ho, ho, - ha, ha, ha".

Arnold hält sich seinen Bauch, die Augen tränen. "Dann verwandelt sich das künstliche Lachen in ein echtes", lacht Crio in seinem bunten Anzug und will gar nicht mehr aufhören.

Nur die Frage nach seinem Lieblingswitz kann den Lachanfall stoppen. "Ich habe keinen Lieblingswitz, aber ich mag schwarzen Humor", sagt er und lacht weiter. Ob echt und unecht - weiß nur er."Ich kann mich einfach so schief, schlapp und scheckig lachen"

Foto: WAZ, Tom Thöne

Von Erol Kamisli

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