Eine Tafel für Hunde
12.05.2009 | 17:46 Uhr 2009-05-12T17:46:00+0200Das Oberhausener Tierschutz-Sozialprojekt macht eventuell als positives Beispiel Schule – in der Nachbarstadt Mülheim.
Jedenfalls waren jetzt Heidrun Schultchen und Sabine Hense, die Müheimer Tierschutzvereins-Vorsitzenden sowie Janine Krister-Kühr vor Ort, um sich darüber zu informieren, wie die Kollegin aus OB, die Tierschutzvereins-Vorsitzende Petra Barth und der Tierarzt Klaus Peter Franz, die allwöchentliche Futterausgabe an Bedürftige meistern, die auch dazu dient, Tiere zu untersuchen, zu impfen und mit einem Chip zu versehen (die WAZ berichtete).
„Wir sind davon überwältigt, wie groß der Andrang war”, sagt Heidrun Schultchen. „Wir sind begeistert und denken darüber nach, ob wir das Projekt übernehmen können.”
„Hilfsprojekte für Tiere bedürftiger Halter sind in verschiedenen Städten unterschiedlich organisiert”, weiß Sabine Hense. „Die Kosten für den Tierarzt trägt der Tierschutzverein”, erklärt Petra Barth. „Für manche Menschen ist das Tier der einzige Halt im Leben”, ist sie überzeugt. Verrät aber auch, dass nur „Kunden” berücksichtigt werden, die nachweisen können, dass sie Hartz-IV-Bezieher sind und in OB wohnen. „Die Obdachlosen kennen wir durch die Zusammenarbeit mit dem Sozialarbeiter.”
Sabine Hense: „Mir hat imponiert, dass man bei dieser Gelegenheit auch Gespräche mit den Tierhaltern führen kann, zum Beispiel jemandem, der Welpen haben möchte, erklären kann, dass das vielleicht nicht angesagt ist.”
„Es gibt tatsächlich Wohnungslose, die mit Welpen Geld machen”, sagt Petra Barth. „Um Missbrauch zu vermeiden, geben wir das Futter auch lose aus. Es gibt aber auch Wohnungslose, die würden für ihr Tier alles tun. Weil sie Tag und Nacht mit dem Tier zusammen sind, sind ihre Hunde auch häufig besonders gut erzogen.”
Heidrun Schultchen lobt Petra Barths Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Leuten, von dem sie sich etwas abschauen wollte: „Man muss schließlich aufpassen, dass man nicht ausgebeutet wird. Manchmal muss man konsequent sein.” „Wenn zum Beispiel jemand die Behandlung einer chronischen Krankheit wünscht, dazu ist diese Aktion nicht gedacht”, ergänzt Sabine Hense.
Die Gäste sind erstaunt über die Disziplin und dass sich die Tierhalter, die kamen, kommunikativ zeigten. „Ich hatte zu Beginn Berührungnsängste, die sich aber schnell legten”, gibt Heidrun Schultchen zu.

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