Eine saubere Sache

Kunst und Sauberkeit sind zwei Dinge, die sich nur schwer miteinander vertragen. Denn schon öfters kam es vor, dass übereifrige Reinigungskräfte bei ihrer Arbeit übers Ziel hinausschossen – oder besser gesagt: schrubbten. Zuletzt vollbrachte eine Putzkolonne in der arabischen Welt das Kunststück, den altägyptischen König Tutanchamun beim Scheuern um seinen Bart zu bringen. Und als wäre dies nicht schon schmachvoll genug, wurde das gute Stück notdürftig mit Kunstharz wieder angepappt – dies entsprach in etwa dem handwerklichen Niveau, auf dem Zweitklässler mit Pappe und einer Tube Bastelkleber zu Werke schreiten.

Möglicherweise war dies die gleiche Putzfrau, die vor einigen Jahren in einem Museum im Ruhrgebiet für Furore sorgte: In einer Badewanne, die eigentlich als Kunstobjekt gedacht war, hatte sie pflichtbewusst den „Schmutz“ beseitigt. Nicht auszudenken, was passiert, wenn die Dame mal in Paris die „Mona Lisa“ abstaubt oder im Louvre noch mal feucht durchwischt. Die Frage: „Is’ dat Kunst oder kann dat wech?“ wissen manche eben stets zweifelsfrei zu beantworten.