Oberhausen
Eine Brücke, die wieder verbindet
14.04.2009 | 19:07 Uhr 2009-04-14T19:07:00+0200
Auch die Opposition findet das Bauwerk an der Ripshorster Straße "super gelungen".
Nach mehr als fünf Jahren und einer gefühlten Ewigkeit bekommen die Borbecker endlich wieder ihre Verbindung zwischen Oberhausen und Essen zurück. Die Ripshorster Brücke, die seinerzeit wegen Baufälligkeit gesperrt werden musste, soll nach Mitteilungen der Verwaltung am 29. April dem Verkehr übergeben werden.
Nach zahlreichen Verschiebungen musste der Termin wegen des kalten Winters zuletzt erneut mehrere Wochen verlegt werden. „Zur Fahrbahnabdichtung und zum Lackieren der Rohre benötigen wir durchgängig mindestens fünf Grad Celsius”, erklärte gestern Planungsdezernent Peter Klunk, der sich indes mit dem Ergebnis der Arbeiten äußerst zufrieden zeigte. Auf die Frage, ob eine Feier steigen würde, antwortete Klunk eher vage: „Wenn ja, dann aber eine ganz kleine.”
Zumindest die jüngste Verzögerung konnte der Borbecker CDU-Stadtverordnete Wilhelm Hausmann nachvollziehen. „Ehe man Murks macht, ist das sinnvoll”, meinte Hausmann, der gleichwohl die mehr als fünfjährige Planungs- und Bauphase „keineswegs als Ruhmesblatt” bezeichnete. Das fünf Millionen Euro teure Bauwerk (an dem die Stadt sich mit 200 000 Euro beteiligt hatte) nannte der Partei-Chef jedoch frank und frei „eine tolle Sache” und „super gelungen”.
Deshalb wollen Hausmann und die CDU auch Ende Mai die Fertigstellung mit einem Brücken-Picknick feiern. „Kein Fest, bei dem sich die Politiker wieder selber beweihräuchern, indem sie Bänder durchschneiden oder erste Spatenstiche tätigen, sondern ein Fest für die Bürger.”
Das will auch Rolf Schürmann vom Vorstand des Bürgervereins Oberhausen Borbeck (BOB), der gegenüber der NRZ durchaus selbstbewusst auf die eigene Rolle einging. „Ohne den Druck von uns wäre die Brücke heute noch zu”, behauptet Schürmann. Die BOB habe die beiden Oberbürgermeister aus Essen und Oberhausen überhaupt erst an einen Tisch gebracht. Hintergrund: Nach langwierigem Streit um Zuständigkeiten und Kosten hatte Essen dem Oberhausener Nachbarn schließlich mehrere Tausend Quadratmeter Stadtfläche überschrieben.
„Nach zwei Jahren nix tun, zwei Jahren Druck von uns und eineinhalb Jahren Bauzeit”, sei er mit der Brücke jetzt zufrieden, räumte Rolf Schürmann ein, der unterdessen befürchtet, dass die engagierten Bürger aus dem Stadtteil „wieder einmal” vergessen werden. Der 29. April und die Einweihung der Ripshorster Brücke werde einmal mehr eine reine SPD-Sache, glaubt der leidenschaftliche Borbecker, der sich am Ende aber doch noch versöhnlich zeigte: „Uns ist das egal, Hauptsache die Brücke steht.”
Kommentar: Auch wir von der NRZ mussten uns zwischendurch immer wieder mal fragen, ob wir stets die neuesten Wasserstandsmeldungen abdrucken sollten, die sich dann ein paar Tage später doch wieder überholt hatten. Jetzt aber ist es wohl endlich soweit, nach über fünf Jahren bekommen die Borbecker endlich ihre Ripshorster Brücke zurück. Die Verzögerungen haben dabei so wenig als Ruhmesblatt zu gelten wie der nachbarschaftliche Streit mit Essen. Doch geschenkt! Nun sollten wir nach vorn schauen. Auch die Opposition scheut sich dabei keineswegs, das Bauwerk als „super gelungen” zu bezeichnen. Ein schönes Happy End, das man übrigens auch feiern darf – oder müssen die Oberhausener schon in Sack und Asche gehen?

16:34
Heute ist der 29. und ist die Brücke offen?
NEEEEEEEIIIIIINNNN!
15:00
Wenn es jetzt nicht wieder fünf Jahre dauert bis die StO.Ag merkt was passiert ist und man vom Knappenviertel wieder in einer halbwegs gescheiten Zeit zur Quellstraße fahren kann bin ich froh und glücklich
21:50
das wurde aber auch zeit!Endlich keine umwege mehr fahren!!!!