Einbrechern das Handwerk legen

Die Zahl von Wohnungseinbrüchen geht aktuell zurück, Entwarnung seitens der Polizei gibt es aber nicht. Sie fordert die Bürger weiter zur Wachsamkeit auf. Amtsrichter Andreas Kunze wurde in dieser Woche bei seiner Urteilsverkündung gegen Einbrecher David K. deutlich: „Wohnungseinbruchdiebstahl ist eine regelrechte Pest.“ Die trotz aller Gegenwehr noch weit verbreitet ist – genaue Zahlen gibt die Polizei am 11. März bekannt.

Privatsphäre wird verletzt

Richter Kunze, Polizeisprecher Axel Deitermann und Hannelore Weiß, Leiterin der Opferhilfe Weißer Ring, sprechen alle die gleiche Problematik bei Einbruchdiebstählen an: Die psychische Belastung der Opfer ist enorm. „Das unterschätzen viele“, sagt Weiß, „die Opfer fühlen sich in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr wohl. Manche verrammeln ihre Wohnungen danach regelrecht.“ Dabei würde es weniger um den Diebstahl gehen, als viel mehr um die Tatsache, dass jemand in den persönlichen Sachen gewühlt hat. Gerade Alleinstehende leiden oftmals stark.

Das Problem ist auch bei den Behörden bekannt. Die Landesinitiative „Riegel vor“ gibt Bürgern Tipps, um sich gegen Einbrüche zu schützen. Die Kampagne wurde initiiert, nachdem 2013 die Einbruchszahlen NRW-weit gestiegen waren. Kern des Programms ist der dreifache Riegel gegen Einbrecher: Wohnung sichern, aufmerksam sein, Polizei via 110 rufen.

„Es funktioniert gut“, sagt Axel Deitermann von der Polizei. „Die Zahlen sind relativ stark zurückgegangen. Immer häufiger bekommen wir Hinweise. So können wir mehr Täter fassen.“ Jedoch: „Jeder Einbruch ist einer zuviel.“

Auch die Oberhausener Polizeibeamten sind dementsprechend weiter auf den Straftatbestand geeicht. Normale Verkehrskontrollen werden oft in häufig von Einbrüchen betroffenen Gebieten durchgeführt und genutzt, um abzuschrecken. „Wir wollen Präsenz zeigen“, sagt Deitermann.

Eine weitere Polizei-Initiative heißt „Mobile Täter im Visier“. Seit 2013 werden Täter, die im Ruhrgebiet bekannt und aktiv sind, städteübergreifend im Auge behalten.

David K. ist da eher ein kleiner Fisch, die Folgen bei den Betroffenen jedoch die gleichen. Amtsrichter Kunze verurteilte ihn am Ende zu einer zehnmonatigen Gefängnisstrafe. Der Verurteilte ist Wiederholungstäter, nach der letzten Haftstrafe war er nach zwei Monaten rückfällig geworden. Diesmal betrank er sich bei seinem Onkel und entschied sich im Rausch dazu, die Tür der Nachbarin einzutreten. Er brauchte Geld für Alkohol und Drogen.