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Ein Zelt Gottes unter den Menschen

03.06.2012 | 19:03 Uhr
Ein Zelt Gottes unter den Menschen
Zum Festgottesdienst n der kath. Gemeinde Unsere Liebe Frau hatte Pater Roos auch die ehemaligen Padres eingeladen. Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPool

Oberhausen. Zum 90-jährigen Bestehen der Klosterkirche Unsere Liebe Frau (ULF) in Alt-Oberhausen lud der Gemeinderat zu einem Beisammensein mit Mittagessen und Musikprogramm ein. Über 100 Gäste folgten der Einladung nach dem Festgottesdienst.

Die Klosterkirche entstand aus einem ehemaligen Gastwirtschaftssaal 1922. Während des zweiten Weltkriegs wurde sie durch Brandbomben zerstört, was zum Wiederaufbau im Jahr 1951 führte.

„Der Architekt Gottfried Böhm baute sie wie ein Zelt Gottes unter den Menschen“, sagt Pastor Klaus Roos, der schon seit 1989 in der Klosterkirche tätig ist. „Sie sollte nüchtern wirken, damit sie auch zum Ruhrgebiet passt.“ Das Zusammengehörigkeitsgefühl sei großartig: „Wir sind eine sehr feierfreudige Gemeinde, deshalb gibt es für uns auch keinen Grund, eine eigentlich unrunde Zahl wie das 90-jährige Bestehen nicht zu feiern.“

Ständig wechselnde Kirchenmusiker

Vor fünf Jahren ist ULF der Pfarrei St. Marien beigetreten, seitdem gibt es einige Veränderungen: „Unsere Kirchenmusiker werden ständig gewechselt“, klagt Wolfgang Kamper (65). „Einer muss an vier verschiedenen Orten spielen, deshalb werden ständig Hilfskräfte eingesetzt. Außerdem gibt es keinen Hausmeister mehr, die Stelle wurde einfach gestrichen.“

Renate Knaup (62), die ehrenamtlich in der Pfarrgemeinde St. Marien tätig ist, meint dennoch: „Die Klosterkirche ist für mich immer noch ein Stück alte Heimat.“ Auch Kilian Schlattmann (24) ist seit der Kindheit Mitglied in der Gemeinde. „Wir wohnen praktisch direkt nebenan, deshalb sind wir eng mit ULF verbunden.“ Schlattmann ist seit 1997 Messdiener und ist darüber hinaus auch ehrenamtlich engagiert. „Seitdem ULF zur Pfarrei St. Marien gehört, nimmt man auch die anderen Gemeinden besser wahr.“

Geplant wurde die Veranstaltung vom Gemeinderat. Anne Ahrens (61): „Ich freu’ mich sehr, wie viele Menschen sich heute beteiligt haben. In der heutigen Zeit sind 90 Jahre Bestehen einer Gemeinde etwas Besonderes!“

Aber sie mahnt auch: „Wir haben immer weniger junge Leute.“ Man versuche, mit jugendgerechten Aktionen die Kinder aktiv ins Kirchengeschehen einzubinden.

Alexander Stempel

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