Ein Zeichen setzen gegen Ausgrenzung

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Sie pflegen auch in diesem Jahr eine langjährige Tradition: Die Männer, die sich zum Bußgang in Sterkrade aufmachen. Der Stadtmännerseelsorger der Katholischen Kirche in Oberhausen, Hans-Werner Hegh, lädt wieder alle Männer ein, am Freitag, 20. März, diesen Bußgang miteinander zu gehen. Treffpunkt ist um 19 Uhr der Neumarkt im Herzen Sterkrades.

Das Motto dieses Bußganges lautet: „Wo haben Ausgegrenzte Raum?“; die Predigt dazu hält Pastor Klaus Schütz.

Die Tradition des Oberhausener Bußganges reicht bis ins Jahr 1934 zurück. Günter Knappheide vom Arbeitskreis „Katholische Männer in Oberhausen“: „Seitdem ziehen wir mit dem Kreuz als Symbol unseres Glaubens durch die Straßen. Oft stehen soziale oder gesellschaftliche Themen im Mittelpunkt unseres Bußganges. In diesem Jahr haben wir ein Thema gewählt, von dem wir glauben, dass wir hier als Christen gefordert sind. Wir erleben täglich auch ganz konkret bei uns, dass Menschen ausgegrenzt werden.“ Herkunft, Hautfarbe, Religion, Bildung, Alter, Krankheit seien nur einige Gesichtspunkte dabei. Wer betroffen sei, wisse, wie schwer es ist, in der Gesellschaft ein Leben in Würde zu führen. Knappheide: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Klingt gut, entspricht aber nicht der Realität. Wenn ein Prozent der Menschen so viel besitzen wie der Rest, ist etwas aus dem Ruder gelaufen.“

Es gelte, Dinge, die sich gesellschaftlich negativ entwickelt haben, zum Besseren zu verändern: „Wir setzen uns dafür ein, dass ,Ausgegrenzte’ ein Leben in Würde führen können.“ Ein Leben in Würde sei aber nur dann gegeben, wenn jeder grundlegende finanzielle und lebensnotwendige Möglichkeiten erhält, um sein Leben in eigener Verantwortung zu gestalten.

Für die Teilnehmer bedeute der Bußgang Besinnung und Nachdenken, um neue Wege für das eigene Leben zu finden. Nach der Abschlussfeier wird noch zu „Brot und Wein“ bei guten Gesprächen geladen. Das Ergebnis der Kollekte erhält die Arbeitslosenhilfe „Kontakt“.