Ein Zeichen für die Demokratie
31.08.2007 | 19:58 Uhr 2007-08-31T19:58:39+0200Der Deutsche Gewerkschaftsbund erinnert auf einer Gedenkveranstaltung an den Kriegsbeginn vor 67 Jahren. Friedensdorf-Kinder laufen sechs Kilometer für den Frieden
Wenn wir den Krieg gewonnen hätten, mit Wogenprall und Sturmgebraus, dann wäre Deutschland nicht zu retten und gliche einem Irrenhaus.
(Erich Kästner, Schriftsteller) Afghanistan, Irak oder aber Palästina - Krieg ist für die meisten Oberhausener ganz schön weit weg. Dass das Thema für viele dennoch allgegenwärtig ist, wurde gestern Mittag bei einer Gedenkveranstaltung des Gewerkschaftsbundes DGB anlässlich des Antikriegstages 2007 deutlich.
Die 17-jährige Hadeer, Schülerin der Gesamtschule Alt-Oberhausen, hielt in der Gedenkhalle Schloss Oberhausen einen Vortrag über ihr Heimatland, den Irak. Hadeer referierte über die Natur, die Geographie, die Bevölkerung und nicht zuletzt über den Krieg, der ihr Land verändert hat und sie vor vier Jahren mit ihrer Familie zur Flucht gezwungen hat.
"Ich bin stolz eine Irakerin zu sein und bin sehr traurig, dass ich dort nicht mehr leben kann" - mit diesen Worten beendete die Zehntklässlerin ihr Referat und unterstrich damit, was der stellvertretende DGB-Kreisvorsitzende Thomas Schicktanz bereits zuvor in seiner Rede erwähnt hatte. "Von einer friedlichen Welt kann nicht gesprochen werden", sagte Schicktanz und verwies darauf, dass es weltweit täglich 1000 Kriegsopfer gäbe. Er forderte die rund 50 Gäste auf, ein deutliches Zeichen für die Demokratie zu setzen.
"Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit", stellte der Regionalvorsitzende des DGB, Dieter Hillebrandt, unmissverständlich fest und machte sich für ein Verbot der NPD stark. Dem schloss sich Apostolos Tsalastras, Beigeordneter der Stadt Oberhausen, an: "Die versuchen, sich hinter dem Deckmantel der Legalität zu verstecken." Tsalastas, der sich zur Einleitung seiner Rede eines Gedichtes von Erich Kästner bediente gab jedoch auch zu bedenken, dass ein Verbot alleine nicht ausreiche. "Wir müssen das im Gedankengut der Menschen verankern."
Neben Hadeer und vier weiteren Mädchen der Gesamtschule Alt-Oberhausen regten auch drei Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums die Gäste mit ihrer vorgetragenen Geschichte zum Nachdenken an. "Das hat mich sehr berührt", gestand DGB-Mann Hillebrandt. Die Beiträge hätten jedoch deutlich gemacht, das kulturelle Vielfalt in Deutschland als Chance zu betrachten sei. schi Wenn wir den Krieg gewonnen hätten, dann läge die Vernunft in Ketten. Und stünde stündlich vor Gericht. Und Kriege gäb's wie Operetten. Wenn wir den Krieg gewonnen hätten - zum Glück gewannen wir ihn nicht! (Erich Kästner)

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