Ein Grund- und ein Meilenstein
30.11.2009 | 18:19 Uhr 2009-11-30T18:19:00+0100
Seit heute baut die Neuapostolische Kirche in Sterkrade ein Wohn- und Pflegezentrum und eine Kindertagesstätte.
Für Oberbürgermeister Klaus Wehling ist der in Sterkrade gelegte Grundstein auch ein „Meilenstein” für die Entwicklung des größten Oberhausener Stadtteils. „Advent heißt Ankunft”, sagte Wehling, „mit dem heutigen Tage ist die Neuapostolische Kirche sichtbar in der Stadt angekommen.” Die Kirche, mit rund 360 000 Mitgliedern die viertgrößte christliche Kirche in Deutschland, markierte damit den Start der Bauarbeiten zu ihrem Wohn- und Pflegezentrum und der angeschlossenen Kindertagesstätte im Herzen der Stadt.
Wichtige Bestätigung von außen
In Herz und Hirn der politischen Entscheidungsträger hat sich die Glaubensgemeinschaft wohl schon etabliert, davon zeugten die Willkommensgrüße. Wehling etwa wertete den Tag als „wichtige Bestätigung von außen, dass Sterkrade ein gutes Pflaster für Investitionen in die Zukunft” sei.
Bezirksbürgermeister Dieter Janßen unterstützte dies: „Wer nicht an den Standort glaubt, wird nicht Millionen in die Hand nehmen, um hier zu investieren.” Er erinnerte aber auch daran, dass seit gestern die letzte ehemalige Industriefläche in der Mitte Sterkrades bebaut werde und zeigte sich überzeugt davon, dass mit Technischem Rathaus und Sterkrader Tor ein „harmonischer städtebaulicher Dreiklang” entstehen werde.
Manfred Flore wertete die Einladung zur Grundsteinlegung für die Sterkrader Interessengemeinschaft (Stig) als „ausgestreckte Hand” und lobte die „integrative Baumaßnahme”.
Was damit gemeint ist, erklärte der Kirchenpräsident der NAK in NRW, Armin Brinkmann: „Hier wird kein geschlossenes Areal für Mitglieder der Neuapostolischen Kirche entstehen”, kündigte er an. „ Die Wohnungen, die Pflegeplätze und vor allem auch die Plätze in der Kindertageseinrichtung stehen allen Interessierten zur Verfügung”, betonte er dabei. Das Generationen übergreifende Konzept lobte Klaus Wehling in seiner Rede als „die natürlichste und sozialste aller Wohnformen.”
Brinkmann, der als Bezirksapostel gleichzeitig das Amt des obersten Seelsorgers der Gebietskirche bekleidet, äußerte den Wunsch, dass in Sterkrade, in Anlehnung an das biblische Bethanien, ein Ort entstehen möge, der sich durch „Wohlergehen, friedliches Miteinander, Harmonie und Gemeinschaft mit Jesus Christus” auszeichne.
Finanziert aus Spenden der Kirchenmitglieder
Der Kirchenpräsident zeigte sich überzeugt davon, dass bereits in wenigen Monaten, „ im Frühjahr 2010”, das Richtfest gefeiert werden könne. Heimplätze und Wohnungen (siehe Info-Kasten) würden im zweiten Halbjahr vergeben, bzw. verkauft. Derzeit suche man schon Mitarbeiter für das Seniorenzentrum und die Kindertageseinrichtung. „Insgesamt schafft die Neuapostolische Kirche mit dem Projekt mehr als 50 Arbeitsplätze.” Das Investitionsvolumen liege bei 20 Millionen Euro, die ohne staatliche Förderung, allein aus Spenden der Kirchenmitglieder, finanziert würden.
Hintergrund
Bis Anfang 2011 soll das Wohn- und Pflegezentrum fertig sein. 80 Pflegeplätze und 60 Wohnungen werden gebaut, ein „Forum der Begegnung” soll Platz für ein Restaurant und einen Veranstaltungsraum mit 200 Plätzen bieten. In der Kita soll in drei Gruppen Platz für 55 Kinder entstehen.
Die NAK in NRW betreut 88 000 Mitglieder in mehr als 450 Gemeinden und hat vor elf Jahren in Fröndenberg ein Seniorenzentrum mit 76 Plätzen gebaut.

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