Ein Frühaufsteher von Berufs wegen

„Ist alles okay?“ Marktmeister  Wolfgang Marks im Gespräch mit Kartoffelhändler Thomas Klöpper.
„Ist alles okay?“ Marktmeister Wolfgang Marks im Gespräch mit Kartoffelhändler Thomas Klöpper.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Als Marktmeister ist Wolfgang Marks schon vor den ersten Händlern vor Ort und macht einen Rundgang, wenn alle schon weg sind – alles für die Ordnung.

Oberhausen.. Aufmerksam dreht Wolfgang Marks seine Runden über den Schmachtendorfer Marktplatz und die Dudelerstraße. Denn der Marktmeister, der zudem die drei weiteren hiesigen Wochenmärkte betreut und die Plätze mittlerweile wie seine Hosentasche kennt, ist für Kunden und Händler Ansprechpartner bei Problemen, weist neue Markthändler ein und sorgt damit für einen geregelten Ablauf auf den Wochenmärkten.

„Ich bin schon hier, wenn die ersten Händler mit ihren Wagen eintreffen und bleibe, bis der Platz gegen 14 Uhr wieder besenrein ist und mache abschließend noch mal einen Rundgang“, erzählt der taffe Marktmeister, der vor gut fünf Jahren das Amt seines Vorgängers übernahm und sich mit seinen Aufgaben sehr wohl fühlt. „Ich schaue, ob es Probleme zwischen Händlern und Kunden gibt, kassiere morgens die Standgebühren von den Tageshändlern und achte darauf, dass keine Taxen oder Radfahrer auf den Markt fahren“, beschreibt der Marktmeister seine Aufgaben. Häufig habe er es auch mit falschparkenden Autos zu tun.

Die ersten Marktbesucher kommen um 7 Uhr morgens

Wenn in aller Frühe die ersten Händler anrollen, sorgt Wolfgang Marks dafür, dass jeder seinen Stammplatz bekommt und es keine Verzögerungen gibt: „In der Regel weiß zwar jeder Händler, wo er stehen muss. Wenn aber beispielsweise ein Stammhändler plötzlich am anderen Ende des Platzes stehen würde, wären die Kunden möglicherweise irritiert.“ Stehen die Stände der Alteingesessenen erst einmal, gilt es, die so genannten fliegenden Händler in die noch freien Stellplätze einzuweisen. Alles muss schnell gehen, denn schon um 7 Uhr morgens treibt es die ersten Frühaufsteher auf den Markt. „Kommt ein neuer Händler auf den Markt, stelle ich einzelne Stände auch schon mal um. Das Gesamtbild muss aber passen und harmonieren – es sollte einfach eine gute Mischung aus allen Angeboten sein.“ Über 50 Standplätze gibt es in Schmachtendorf, doch längst sind nicht alle belegt: „Derzeit haben wir altersbedingt mehrere Leerstände, das möchten wir gerne ändern. Allerdings muss die Ware auch zum Markt passen – Schuhe gehen beispielsweise in Schmachtendorf überhaupt nicht.“

2,75 Euro kostet der Quadratmeter, Tageshändler bezahlen zudem eine Bearbeitungsgebühr von fünf Euro. „Wer sich für einen Platz auf dem Wochenmarkt interessiert, gibt mir zunächst seine Standgröße durch. Anschließend suche ich nach einem freien Platz und weise den Händler ein.“ Besonders während der Frühjahrs- und Sommermonate hat Marks alle Hände voll zu tun: „Da ist die Nachfrage der Händler nach einem Stand besonders groß.“

Die Kunden schätzen vor allem die Frische der Produkte

Auf dem Weg zum Kartoffelstand von Thomas Klöpper wechselt Wolfgang Marks ein paar nette Worte mit den Händlern und schätzt das gute Verhältnis: „Mittlerweile kennt man sich untereinander - den Umgang mit den Leuten und die vielen tollen Gespräche find ich einfach klasse.“ Marks ergänzt: „Die Kunden schätzen vor allem die Frische und Qualität der Produkte, daher sollten die Märkte am Leben gehalten werden, obwohl es für die Händler immer schwieriger geworden ist.“

Wenn die Händler um 13 Uhr langsam ihre Zelte abbrechen, ist die Schicht des Marktmeisters noch lange nicht zu Ende. Er muss warten, bis der letzte Wagen vom Platz rollt und nun die Aufräumarbeiten beaufsichtigen. Nach seinem Einsatz kann auch er paar ruhige Stunden genießen, bevor es am nächsten Morgen zum Wochenmarkt in Osterfeld und Holten geht.