„Ein Ehrenamt verändert Menschen“

Franziska Notthoff, ehrenamtlich engagiert im Friedensdorf, war vor einigen Jahren Preisträgerin bei einem ARD-Wettbewerb.
Franziska Notthoff, ehrenamtlich engagiert im Friedensdorf, war vor einigen Jahren Preisträgerin bei einem ARD-Wettbewerb.
Foto: leser
Was wir bereits wissen
Kevin Dahlbruch vom Friedensdorf Oberhausen schildert die Bedeutung der freiwilligen Helfer. Diese werden auf ihre Arbeit vorbereitet.

Oberhausen.. Viele Menschen suchen eine sinnvolle Tätigkeit in ihrer Freizeit; das Ehrenamt bietet da vielfältige Möglichkeiten. Vereine und vor allem Hilfsorganisationen wie das Friedensdorf, das verletzte und kranke Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten zur medizinischen Behandlung nach Deutschland holt, sind in besonderem Maße auf den Einsatz von ehrenamtlichen Mitarbeitern angewiesen. Für das nächste Info-Seminar im April kann man sich bereits jetzt anmelden.

Kevin Dahlbruch, stellvertretender Friedensdorf-Leiter und zuständig für die Freiwilligen, nennt die Aufgabengebiete: „In der Betreuung und Pflege der Kinder, in der Küche, im Fahrdienst, in der Technik, im Bildungswerk, in der Öffentlichkeitsarbeit, in der Hilfsgüterhalle.“ Auch handwerkliches Talent sei stets willkommen. Darüber hinaus betreuen Ehrenamtliche die Kinder während ihres stationären Aufenthaltes im Krankenhaus – bundesweit.

Seminare mit hilfreichen Informationen

Um gewappnet zu sein für diese Aufgaben, bietet das Friedensdorf regelmäßig Seminare an, in denen vermittelt wird, wie es in den Heimatländern der Kinder zugeht und wie die Hilfseinrichtung arbeitet. Zudem versuchen die Mitarbeiter, für jeden Interessierten ein passendes Aufgabenfeld zu finden. Dahlbruch: „Es gibt Menschen, die sich engagieren möchten, aber denen der Umgang mit unseren Schützlingen nicht liegt. Dafür helfen sie in der Küche Kartoffeln schnippeln, holen Spenden ab, veranstalten Infostände oder werden Seminarleiter im Bildungswerk.“

Die Freiwilligen müssen in der Regel mindestens 18 Jahre alt sein. „Wer im Dorf mit den Kindern arbeitet, den bitten wir um ein erweitertes Führungszeugnis. In der Küche braucht man ein Gesundheitszeugnis. Und wer unsere Schützlinge zum Arzt fährt, sollte eine Insassenversicherung haben“, erklärt Dahlbruch.

Das Friedensdorf

Das Friedensdorf wird in Oberhausen und bundesweit von mehreren hundert Ehrenamtlern unterstützt, sagt Dahlbruch. Er weiß, dass es unterschiedliche Motivationen gibt, sich ehrenamtlich zu engagieren: „Viele möchten sich mit dem einbringen, was sie gut können. Andere wollen mal etwas ganz anderes zu tun als das, womit sie täglich beispielsweise im Beruf zu tun haben. Auf die unterschiedlichen Bedürfnisse einzugehen und alle so einzusetzen, dass sie auch wirklich eine Hilfe sind, ist nicht immer einfach.“

Ein wertvoller Job

Für ihn ist es besonders schön zu sehen, „dass es so viele Menschen gibt, die ehrenamtlich das tun möchten, wofür wir hauptamtlichen Mitarbeiter nicht immer die Zeit finden. Daran sieht man, dass man einen ganz tollen, wertvollen Job hat. Ich lerne so viele Menschen kennen.“ Vor allem erlebe er, „dass das Ehrenamt auch junge Menschen wie Praktikanten und Volontäre verändert und bereichert“.