Ein echter Glücksgriff

Freuen sich am Heinrich-Heine-Gymnasium über die Hilfe: (v.l.) Rolf Winkler, Kim Wiesel und Dirk Zohren mit ihrem Berater Sascha Bresser.
Freuen sich am Heinrich-Heine-Gymnasium über die Hilfe: (v.l.) Rolf Winkler, Kim Wiesel und Dirk Zohren mit ihrem Berater Sascha Bresser.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Sascha Bresser hat aus der Not eine Tugend gemacht: Nach Kündigung und Krankheit engagierte er sich als ehrenamtlicher Computer-Berater.

Oberhausen.. Sascha Bresser hat einen großen Traum: Der gelernte IT-Berater möchte wieder in seinem Beruf Fuß fassen. Denn eine überraschende Kündigung seiner langjährigen Arbeitsstelle hat den 42-Jährigen so aus der Bahn geworfen, dass er 2008 psychisch erkrankte und seitdem als arbeitsunfähig gilt. Trotz guter Qualifikationen und zahlreicher Bewerbungen, blieb die Suche nach einer Arbeitsstelle bislang erfolglos. Damit dem aufgeschlossenen Mann ein Berufseinstieg wieder gelingt, engagiert er sich seit vergangenem Jahr ehrenamtlich an Schulen, in Senioreneinrichtungen sowie gemeinnützigen Organisationen und unterstützt bei Computer- und Softwareproblemen jeglicher Art.

Bresser, seit 1998 erfolgreich in der IT-Branche tätig, erlitt 2008 einen herben Rückschlag: Nach einer fristlosen Kündigung seines Arbeitgebers, fiel der 42-Jährige in ein emotionales Loch. Die Ärzte diagnostizierten eine psychische Erkrankung und erklärten ihn für arbeitsunfähig. „Ich hatte das Gefühl, dass ich zwar das Wissen habe, aber nach der Kündigung keine Chance bekomme, in dem Bereich auch weiterhin tätig zu sein“, so Bresser.

Ich möchte endlich wieder Geld verdienen und arbeiten

Doch aufgeben kam für ihn nicht infrage: „Ich absolvierte Fortbildungen, besuchte Berufsförderungsmaßnahmen der Arbeitsagentur oder eignete mir Wissen zu Hause an – alles ohne Erfolg.“ Da kam ihm die Idee, sich im IT-Bereich ehrenamtlich zu engagieren, um Kontakte zu knüpfen und möglicherweise einen Einstieg ins Berufsleben zu bekommen: „Vor zwei Jahren nahm ich Kontakt mit Frau Wiesel auf, weil ich es Leid war, jedes Mal eine Absage nach der anderen auf meine Bewerbungen zu bekommen. Ich möchte endlich wieder Geld verdienen und arbeiten“, erzählt der Frührentner. Kim Wiesel vom städtischen Büro für Chancengleichheit war sofort begeistert: „Die Idee ist zwar für alle eine Win-Win-Situation, allerdings ist das auch keine dauerhafte Lösung einen beruflichen IT-Berater durch ein Ehrenamt zu ersetzen.“

Doch Bressers Engagement ist mittlerweile gefragt: Der IT-Berater betreut bereits die Internetseite des hiesigen Blinden- und Sehbehindertenvereins (BSVO) und des Fußballvereins DJK Arminia Klosterhardt. Zusätzlich schult der 42-Jährige Senioren der Alteneinrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Umgang mit Computern und Mobiltelefonen. Seit März kümmert sich Bresser auch jeden Dienstag um 120 Computer des Heinrich-Heine-Gymnasiums und bringt die Rechner auf Vordermann: Neue Betriebssysteme aufspielen, Laufwerke austauschen, Antivirenprogramme installieren oder die Internetanschlüsse kontrollieren. „Ich kann mich hier einbringen, gebe der Gesellschaft etwas zurück und komme unter Leute“, sagt Bresser.

Lehrer Dirk Zohren ist von dem 42-Jährigen begeistert: „Er ist wirklich sehr bemüht und zuverlässig, eignet sich zusätzliches Fachwissen an – Fragen, bei denen ich nicht weiter weiß, löst er problemlos.“ Auch Schulleiter Rolf Winkler bestätigt: „Für uns ist Herr Bresser ein echter Glücksgriff, wir profitieren unheimlich von ihm. Er erklärt uns die Computersysteme und hilft uns, welche vor Ort überhaupt umsetzbar sind.“ Trotz des Lobes, der Traum des 42-Jährigen ist ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis: „Ich bin durch meine Erkrankung zwar nicht mehr zu hundert Prozent belastbar, aber ein Teilzeitjob im Innendienst des IT-Bereichs wäre echt klasse.“