Ein Dialog von Kunst und Raum
08.08.2008 | 19:17 Uhr 2008-08-08T19:17:36+0200AUSSTELLUNG. Der Verein für aktuelle Kunst Ruhrgebiet stellt ab morgen Werke von Susanne Jung und Alexander Voß aus.
Der Raum ist wie geschaffen für die Bilder von Susanne Jung: "Hier gibt's ein ganz besonderes, ein feines Licht", schwärmt die Künstlerin, die aus Oberbayern stammt, aber seit vielen Jahren in Berlin lebt und arbeitet. Ihre zarte Farbmalerei tritt in den nächsten Wochen in einen künstlerisch-räumlichen Dialog mit den Wand- und Bodenobjekten von Alexander Voß - in der neuesten Ausstellung des Vereins für Aktuelle Kunst Ruhrgebiet im Zentrum Altenberg. Am Sonntag wird sie eröffnet.
Malprozess wird zum Gegenstand der Darstellung
Einige großformatige Arbeiten von Susanne Jung sind erst vor kurzem entstanden - im Hinblick auf die günstigen Tageslichtverhältnisse in der Ausstellungshalle, die sie sich vor einem Jahr angesehen hatte: "Hier kann man auch mit zarten, feinen Arbeiten auftreten", sagt sie mit Blick auf die sehr hellpastelligen Farben ihrer Bilder, die unter anderen Lichtverhältnisen oft verschluckt würden. Um Farbe geht's der Künstlerin schon bei ihren häufig monochromen Arbeiten - aber vielmehr um deren Materialität, um den malerischen Prozess, der so selbst zum Gegenstand der Darstellung wird: Aus vielen lasierenden Schichten sind ihre Bilder gebaut, teils scheinen helle Flächen auf dem noch helleren Untergrund zu schweben.
Die Reduktion auf das Wesentliche
Alexander Voß, der in Duisburg und Mülheim lebt und arbeitet, ist über den Weg der Zeichnung nach und nach zu anderen Materialien gelangt: In seinen neueren Arbeiten, die ab morgen im Zentrum Altenberg zu sehen sind - darunter zum Teil großformatige Wand-/Bodenabjekte mit verblüffend raumbetonender Wirkung - sind weiß beschichtete Spanplatten sein Hauptmaterial. Diese ritzt er an oder fräst Linien aus und erzeugt damit eine graphische Wirkung oder zeichnerisch vorbereitete Sollbruchstellen: "Und trotzdem sind beim Brechen der Platten immer Zufälligkeiten drin. Das Material sucht sich den geraden Weg."
Durch Reduktion das Wesentliche herauszuarbeiten - das ist das zentrale Anliegen von Alexander Voß: "Die Wertigkeit eines Kunstgegenstandes liegt für mich in der überzeugenden Idee, nicht in der Artistik."Die Ausstellung "Malerei/Wand- und Bodenstücke" von Susanne Jung und Alexander Voß wird am Sonntag, 10. August, um 11.30 Uhr im Zentrum Altenberg (Hansastraße) eröffnet und dauert bis zum 21. September. Zur Einführung spricht Anja Bauer vom Kunstmuseum Alte Post in Mülheim. Sonstige Öffnungszeiten: freitags und samstags von 16-18 Uhr, sonntags von 11 bis 13 Uhr.

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