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Ein alter Herr macht die Welle

05.07.2010 | 18:43 Uhr
Ein alter Herr macht die Welle
Oktopus Paul ist das vielleicht bekannteste Fußball-Orakel der Welt. Foto: ddp

Oberhausen.Am Dienstag sagt Paul, der orakelnde Oktopus, wieder das deutsche WM-Spiel voraus. Der Oktopode ist der Star im Sealife.

Natürlich sind Haie tolle Tiere, Rochen auch, Schildkröten erst recht, Piranhas sowieso. Paul können sie alle aber in diesen Tagen nicht das Wasser reichen. Der orakelnde Oktopus, der bisher alle Deutschland-Spiele bei der WM richtig vorhergesagt hat – oder sich zumindest immer für das Leckerchen im Sieger-Kästchen entschied – ist momentan der unangefochtene Star im Sealife.

Der orakelnde Oktopus ist mittlerweile weltweit ein Medienthema. In Argentinien hatten sie sogar versucht, eine Meeresschildkröte als „Kontra-Orakel“ zu installieren – mit mäßigem Erfolg.

Heute um 11 Uhr wird Orakel Paul zum Spiel Deutschland gegen Spanien befragt – und die halbe Welt schaut zu. „Unsere Telefone stehen nicht mehr still“, so Sealife-Sprecherin Tanja Munzig gestern. Presseanfragen aus der ganzen Welt erreichen das Sealife, auch das japanische TV hat bereits um Bilder gebeten.

Gegen Spanien lag
Paul vor zwei Jahren daneben

„Dieser Rummel war für uns nicht vorauszusehen“, sagt die Sprecherin, vom riesigen Erfolg der PR-Idee aus dem eigenen Hause überrascht. Schließlich ist es nicht das erste Mal, dass Oktopus Paul Fußballresultate vorhersagt: Schon vor zwei Jahren orakelte der Oktopode anlässlich der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz und lag nur einmal daneben: Er tippte damals auf einen Finalsieg der Deutschen gegen den morgigen Gegner Spanien, leider sollte es anders kommen.

Unfehlbar ist er also nicht, der Paul, wie erklärt sich dennoch seine Popularität? „Das steigerte sich von mal zu mal“, erinnert sich Tanja Munzig. „Richtig groß wurde das Interesse, nachdem Paul mit der Niederlage gegen Serbien richtig gelegen hatte.“

Doch wie erklärt sich Pauls Fußball-Riecher? Ein Trick, verspricht die Sealife-Sprecherin, sei nicht dabei: „In den Kästen mit der deutschen Fahne und der des Gegners ist immer exakt das gleiche Futter.“ An Pauls Vorliebe für die Farbkombination schwarz-rot-gold kann’s auch nicht liegen: Tintenfische sind nämlich farbenblind. „Eigentlich machen wir uns nur Pauls Spieltrieb und seine Neugierde zunutze“, erklärt die Sealife-Sprecherin.

Verspielt und neugierig,
aber ein Einzelgänger

Der gewöhnliche Krake – lateinisch Octopus vulgaris –, wie auch Paul einer ist, hält die Tentakel ungern still – er ist neugierig und verspielt. „Das Futter verstecken die Pfleger auch schon mal in Legosteinen, damit er beschäftigt ist.“

Sealife-Besucher, die sich gerade in diesen ereignisreichen Fußball-Tagen vor dem Tintenfisch-Aquarium tummeln, bedauern oft, dass Paul keine Paula hat – was allerdings keine gute Idee wäre. „Tintenfische sind Einzelgänger“, erklärt Tanja Munzig.

Daran, dass Paul auch nach der Weltmeisterschaft Oberhausener bleibt, lässt die Sealife-Sprecherin keinen Zweifel. Die Forderung der Tierschutzorganisation Peta, den Kranken vor der südfranzösischen Küste in die Freiheit zu entlassen, stößt am Kanal auf wenig Gegenliebe – kein Wunder bei Pauls Popularität. Dagegen spreche auch das Alter des Oktopoden: „Paul ist nun zweieinhalb Jahre, so alt werden Kraken in freier Wildbahn gar nicht.“

Die nächste Europameisterschaft werden Jogis Jungs wohl ohne Pauls Orakel-Fähigkeiten bestreiten müssen – die wird der alte Herr nach Einschätzung der Sealife-Experten wohl nicht mehr erleben.

Joachim Bäumer

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Kommentare
08.07.2010
06:45
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von nick.de | #2

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08.07.2010
06:44
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von nick.de | #1

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