Eichhorn-Haltung in Text und Bild

Aufs Eichhörnchen gekommen ist der Sterkrader Buchhändler Arndt Wiebus: Wer auch immer für ihre Existenz verantwortlich sein mag, er (oder sie) hat sich dabei sicher nach den Zeichnungen von Axel Scheffler gerichtet. Der hat einen Text über das Halten von Eichhörnchen, den er in einem englischen Kinderbuch vom Anfang des letzten Jahrhunderts entdeckte, illustriert. Und wer sonst als Harry Rowohlt hätte diesen einzigartigen Ratgeber trefflicher ins Deutsche bringen können?

Auch wenn das Büchlein nur knapp 40 Seiten hat und mit dem Satz „Aber eigenartig sind sie schon“ endet, so ist es doch mit seiner subversiv ernsten Witzigkeit von Text und besonders Bild beeindruckend. Wie innig z.B. das Eichhörnchen die Hand seines im Sessel sitzenden, Zeitung lesenden und stolz gerührten Halters kost! Dringend wird empfohlen, möglichst nur bereits in Gefangenschaft geborene, junge Exemplare zu erwerben, die mangels des genossenen Geschmacks der Freiheit viel handzahmer und gelehriger seien. In etlichen Beispielen wird das Für und Wider der Eichhornhaltung abgewogen. Schließlich ein gewitzter, empathischer Ratgeber gegen die Haltung dieser „Affen unserer Wälder“, wie F. von Tschudi die flinken Wesen vor gut 150 Jahren nannte.

Axel Scheffler: Über das Halten von Eichhörnchen. Verlagshaus Jacoby & Stuart. 4. A. 2014. Aus dem Englischen von Harry Rowohlt. 8,50 Euro.