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Eichen leiden unter Klimawandel

15.12.2012 | 10:00 Uhr
Eichen leiden unter Klimawandel
Den Zustand der Oberhausener Wälder behält Stadtförster Jürgen Halm im Auge. Schon seit Jahren sind vor allem die Eichen seine Sorgenkinder. Ihnen geht es auch 2012 schlecht.Foto: Ulla Emig

Oberhausen.  Situation des Waldes insgesamt leicht verbessert. Aber keine Entwarnung

Den Eichen in städtischen Wäldern geht es schlecht. Sie bleiben im Jahr 2012 die „Sorgenkinder“ von Stadtförsterer Jürgen Halm. Auch bei der Buche gebe es keine Entwarnung. Beide – Eichen und Buchen – machen mehrheitlich den Oberhausener Wald aus. Neben ihnen findet man im hiesigen Forst Ahorn und Birke, vereinzelt tauchen Kiefern auf.

Insgesamt zeigt der Waldzustandsbericht 2012, dass sich der Wald in NRW wieder etwas erholt hat. Im Zehn-Jahres­vergleich waren die Werte nur 2009 besser.

Auch in Oberhausen habe sich die Gesamtsituation nicht verschlechtert, sagt Alexander Höfer, Sprecher der Oberhausener Gebäudemanagement (OGM), die auch für den Waldbestand in der Stadt zuständig ist. Grund zur Entwarnung gebe es aber nicht, meint Höfer: „Wir können zwar einige Erfolge bei der Bekämpfung der Schädlinge verzeichnen, aber das macht die negativen Folgen des Klimawandels nicht wett. Diese Folgen sind noch gar nicht detailliert erfasst.“ Konkrete Zahlen darüber, wie viel Prozent des städtischen Waldes krank sind, gebe es nicht: „Dazu wäre eine so aufwändige Erfassung notwendig, die wir nicht finanzieren können.“

Buche will sich fortpflanzen

Aus eigenen Beobachtungen ist Stadtförster Jürgen Halm jedoch sicher, dass sich der Zustand der Eichen in Oberhausen verschlechtert hat. Dafür spreche auch die Zahl der Maßnahmen, die zur Schädlingsbekämpfung durchgeführt werden. Höfer: „Zum Beispiel beim Eichenwickler und Eichenprozessionsspinner.“ Prophylaktisch werden die Eichen gegen solche Schädlinge behandelt. Dennoch käme es vor, dass sich Schädlinge so ausbreiten, dass der Baum gefällt werden muss.

Und die Buche? Sie bildet übermäßig viele Früchte. Höfer: „Das zeigt, dass sich der Baum unwohl fühlt. Er will sich unbedingt fortpflanzen, die Energie geht in die Früchte, aber kaum in die Blätter. Das macht ihn anfällig.“ Hier greife der Mensch ein: „Oft sind zu wenige Nährstoffe ein Grund. Um dem Baum mehr Licht und Zugang zu Nährstoffen zu geben, wird in seinem Umfeld das Unterholz entfernt.“

Viele Bäume sind stark beschädigt

Das Oberhausener Waldbild entspricht den Ergebnissen des Baumzustandsberichts für ganz NRW. Im Land stehen heute mehr als doppelt so viele Bäume mit starken Schäden als noch zu Beginn der Aufzeichnungen vor etwa 30 Jah­ren. Kiefern und Buchen konnten sich landesweit erholen, auch bei der Fichte gibt es Aufwärtstendenzen. Der Anteil der Bäume ohne Schäden liegt 2012 bei 34 Prozent, das sind zehn Prozentpunkte mehr im Vergleich zum Vorjahr. Besonders die deutlich geschädigten Bäume sind im Durchschnitt um acht Prozentpunkte auf 25 Prozent gesunken. Bei 41 Prozent der Bäume stellen die Gutachter immer noch „schwache Schäden“ fest.

Bei der ersten Waldzustandserhebung 1984 waren noch 59 Prozent schadensfrei - und nur 10 Prozent in der höchsten Schadensklasse.

Astrid Knümann

Kommentare
15.12.2012
19:51
Ich leide langsam aber sicher unter solchen Berichten
von Spatenklopper | #1

So langsam aber sicher frag ich mich, ob überhaupt was dahinter steckt.

Ich erinnere mich noch an die Schlagworte "Erst stirbt der Wald, dann der...
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2012-12-15 10:00
Oberhausen, Wald, Stadtförster, Jürgen Halm,OGM,
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